Kaffeekonzentrat lässt sich mit einer French Press besonders einfach selber machen. Dafür werden grob gemahlene Kaffeebohnen mit vergleichsweise wenig Wasser vermischt und über mehrere Stunden extrahiert. Anschließend wird der Stempel der French Press langsam heruntergedrückt und das fertige Konzentrat in ein sauberes Gefäß umgefüllt.
Für den Einstieg eignet sich beispielsweise ein Verhältnis von 1:5. Dafür werden 100 Gramm Kaffee mit 500 ml Wasser angesetzt. Nach etwa 12 bis 18 Stunden Extraktionszeit entsteht eine kräftige Kaffeebasis, die anschließend mit Wasser oder Milch verdünnt werden kann.
Besonders praktisch ist diese Methode für Iced Coffee und Iced Latte. Die French Press übernimmt gleichzeitig die Funktion des Brühgefäßes und der ersten Filterstufe. Eine Kaffeemaschine ist nicht notwendig.
Wer das Konzentrat mit kaltem oder zimmerwarmem Wasser herstellt, produziert genauer gesagt ein Cold-Brew-Konzentrat. Es handelt sich damit um eine bestimmte Form von Kaffeekonzentrat.
Kann man Kaffeekonzentrat mit einer French Press herstellen?
Ja. Die French Press eignet sich sogar sehr gut dafür.
Bei normalem French-Press-Kaffee wird Kaffee mit heißem Wasser über einige Minuten extrahiert und anschließend direkt getrunken.
Für Kaffeekonzentrat wird das Prinzip verändert:
Es wird deutlich mehr Kaffee im Verhältnis zum Wasser verwendet und die Extraktionszeit erheblich verlängert.
Statt eines trinkfertigen Kaffees entsteht eine konzentrierte Basis.
Diese kann anschließend beispielsweise im Verhältnis 1:1, 1:2 oder 1:3 mit Wasser oder Milch verdünnt werden.
Das einfache Grundrezept
Für einen ersten Versuch eignet sich folgendes Rezept:
100 g Kaffee
500 ml Wasser
12 bis 18 Stunden Extraktionszeit
Das Kaffee-Wasser-Verhältnis beträgt damit:
1:5
Nach der Extraktion wird das Konzentrat gefiltert und gekühlt aufbewahrt.
Was wird benötigt?
Für die Herstellung braucht man nur wenige Dinge:
French Press mit ausreichendem Fassungsvermögen
100 g Kaffeebohnen
500 ml Wasser
Kaffeemühle oder grob vorgemahlenen Kaffee
Küchenwaage
sauberes verschließbares Gefäß
optional Papierfilter oder Filtertuch
Besonders wichtig ist ein ausreichend großes Gefäß.
100 g Kaffee und 500 ml Wasser benötigen zusammen mehr Platz als 500 ml. Eine French Press mit exakt 500 ml Fassungsvermögen wäre für dieses Rezept deshalb zu klein.
Schritt 1: Die richtigen Bohnen auswählen
Grundsätzlich können nahezu alle Kaffeebohnen verwendet werden.
Für den Einstieg sind mittlere bis dunklere Röstungen unkompliziert.
Sie können beispielsweise Aromen in Richtung:
Schokolade
Nuss
Karamell
Kakao
und kräftige Röstaromen
mitbringen.
Gerade für Iced Latte können solche Geschmacksprofile interessant sein, weil der Kaffee mit einer relativ großen Menge Milch kombiniert wird.
Wer fruchtigere Kaffees bevorzugt, kann auch hellere Röstungen ausprobieren.
Schritt 2: Kaffee grob mahlen
Für die French Press sollte der Kaffee relativ grob gemahlen werden.
Das gilt insbesondere bei einer langen Extraktion von mehreren Stunden.
Ein grober Mahlgrad hat außerdem einen praktischen Vorteil:
Die Partikel werden vom Metallfilter der French Press besser zurückgehalten.
Sehr fein gemahlener Kaffee kann dagegen leichter durch den Filter gelangen und zu mehr Bodensatz im Konzentrat führen.
Wie grob sollte der Kaffee sein?
Als Orientierung kann ein typischer French-Press-Mahlgrad verwendet werden.
Die Partikel sollten deutlich gröber sein als bei Espresso und normalerweise auch gröber als bei klassischem Filterkaffee.
Wer eine eigene Kaffeemühle besitzt, kann mit einem groben Mahlgrad beginnen und das Ergebnis anschließend von Charge zu Charge anpassen.
Kann man vorgemahlenen Filterkaffee verwenden?
Grundsätzlich ja.
Das Ergebnis kann allerdings mehr feine Partikel enthalten.
Außerdem kann sich die Extraktion aufgrund des feineren Mahlgrades verändern.
Wer nur vorgemahlenen Kaffee zu Hause hat, muss deshalb nicht auf das Rezept verzichten.
Eine zusätzliche Filterung durch einen Papierfilter kann in diesem Fall besonders sinnvoll sein.
Schritt 3: Kaffee abwiegen
Für das Grundrezept werden:
100 g Kaffee
benötigt.
Eine Küchenwaage ist deutlich besser geeignet als die Dosierung mit Löffeln.
Dadurch lässt sich das Rezept später exakt reproduzieren.
Wenn das Ergebnis besonders gut schmeckt, kann dieselbe Dosierung bei der nächsten Charge wieder verwendet werden.
Schritt 4: Kaffee in die French Press geben
Den gemahlenen Kaffee direkt in die leere French Press geben.
Der Stempel bleibt zunächst vollständig oben beziehungsweise wird noch nicht eingesetzt.
Anschließend kann das Wasser hinzugegeben werden.
Schritt 5: 500 ml Wasser hinzufügen
Für die Cold-Brew-Variante werden:
500 ml kaltes oder zimmerwarmes Wasser
verwendet.
Das Wasser langsam über den Kaffee geben.
Anschließend vorsichtig umrühren, sodass möglichst das gesamte Kaffeemehl mit Wasser in Kontakt kommt.
Es sollten keine großen trockenen Bereiche im Kaffeebett verbleiben.
Kaltes Wasser oder heißes Wasser?
Für ein klassisches Cold-Brew-Konzentrat wird kaltes beziehungsweise zimmerwarmes Wasser verwendet.
Die Extraktion dauert dadurch wesentlich länger als bei heißem Kaffee.
Das Ergebnis besitzt außerdem ein anderes Geschmacksprofil als heiß gebrühter French-Press-Kaffee.
Wer heißes Wasser verwendet, sollte den Kaffee nicht 12 bis 18 Stunden extrahieren lassen.
Die hier beschriebene lange Extraktionszeit bezieht sich auf die kalte beziehungsweise zimmerwarme Zubereitung.
Schritt 6: French Press abdecken
Die French Press sollte während der Extraktion abgedeckt werden.
Der Deckel kann dafür aufgesetzt werden, ohne den Stempel bereits herunterzudrücken.
Das Kaffeepulver bleibt während der gesamten Extraktionszeit mit dem Wasser in Kontakt.
Schritt 7: 12 bis 18 Stunden extrahieren
Jetzt benötigt das Konzentrat vor allem Zeit.
Ein guter Ausgangspunkt sind:
12 bis 18 Stunden.
Für den ersten Versuch können beispielsweise:
14 bis 16 Stunden
gewählt werden.
Wer den Kaffee am Abend ansetzt, kann ihn am nächsten Morgen filtern.
Muss die French Press in den Kühlschrank?
Das Konzentrat kann während der Extraktion im Kühlschrank angesetzt werden.
Bei niedrigeren Temperaturen läuft die Extraktion langsamer ab.
Wer bei Raumtemperatur arbeitet, erhält deshalb bei gleicher Zeit nicht exakt dasselbe Ergebnis.
Für reproduzierbare Resultate ist es sinnvoll, sich für eine Methode zu entscheiden und diese beizubehalten.
Wer die French Press im Kühlschrank unterbringen kann, erhält eine besonders einfache Routine:
Abends ansetzen.
Über Nacht kalt extrahieren.
Am nächsten Morgen filtern.
Sind 24 Stunden besser?
Nicht automatisch.
Eine längere Extraktionszeit bedeutet nicht zwangsläufig einen besseren oder proportional stärkeren Kaffee.
Mit zunehmender Zeit verändert sich das Geschmacksprofil.
Ein Konzentrat kann dadurch beispielsweise zunehmend herb oder unausgewogen wirken.
Deshalb ist es sinnvoller, zunächst mit 12 bis 18 Stunden zu beginnen und das Rezept anschließend anzupassen.
Schritt 8: Stempel langsam herunterdrücken
Nach der gewünschten Extraktionszeit wird der Stempel langsam nach unten gedrückt.
Dabei sollte nicht mit Gewalt gearbeitet werden.
Die French Press trennt den größten Teil des Kaffeepulvers von der Flüssigkeit.
Der Metallfilter hält allerdings nicht sämtliche feinen Partikel zurück.
Das ist für French-Press-Kaffee grundsätzlich normal.
Warum sollte der Stempel langsam gedrückt werden?
Bei 100 g Kaffee befindet sich relativ viel Kaffeemehl in der French Press.
Dadurch kann ein deutlicher Widerstand entstehen.
Langsames und gleichmäßiges Drücken ist deshalb sinnvoller als hoher Druck.
Lässt sich der Stempel kaum bewegen, sollte nicht mit großer Kraft weitergedrückt werden.
Schritt 9: Konzentrat sofort umfüllen
Nach dem Herunterdrücken sollte das fertige Konzentrat in ein separates Gefäß umgefüllt werden.
Es sollte nicht einfach über längere Zeit in der French Press auf dem Kaffeesatz stehen bleiben.
Durch das Umfüllen wird der Kontakt zwischen Flüssigkeit und Kaffeepulver weitgehend beendet.
Schritt 10: Optional ein zweites Mal filtern
Wer ein besonders klares Konzentrat möchte, kann die Flüssigkeit zusätzlich durch einen Papierfilter laufen lassen.
Das ist nicht zwingend erforderlich.
Die French Press besitzt schließlich bereits einen Metallfilter.
Ein Papierfilter entfernt jedoch deutlich mehr feine Partikel und Kaffeeöle.
Dadurch verändert sich auch das Mundgefühl.
French Press oder Papierfilter – was ist besser?
Das hängt vom gewünschten Ergebnis ab.
Filtermethode | Ergebnis |
|---|---|
nur French Press | kräftiger, mehr Öle und feine Partikel |
French Press + Papierfilter | klarer und sauberer |
French Press + Filtertuch | ebenfalls feinere Filterung |
nur grobes Sieb | relativ viel Sediment möglich |
Wer den typischen kräftigen French-Press-Charakter mag, kann auf die zweite Filterung verzichten.
Für ein besonders sauberes Konzentrat ist der Papierfilter sinnvoll.
Wie viel Kaffeekonzentrat entstehen aus 500 ml Wasser?
Aus 500 ml Wasser entstehen nicht 500 ml fertiges Konzentrat.
Ein Teil des Wassers bleibt im Kaffeemehl zurück.
Bei 100 g Kaffee kann das einen deutlich bemerkbaren Unterschied machen.
Die tatsächliche Ausbeute hängt unter anderem von:
Mahlgrad
Kaffee
Filterung
und davon ab, wie viel Flüssigkeit im Kaffeesatz zurückbleibt.
Wer exakt 500 ml fertiges Konzentrat benötigt, muss deshalb mehr als 500 ml Wasser einsetzen.
Kann man den Kaffeesatz ausdrücken?
Starkes Auspressen ist nicht notwendig.
Der French-Press-Stempel dient in erster Linie dazu, Kaffeepulver und Flüssigkeit voneinander zu trennen.
Mit übermäßigem Druck lässt sich zwar möglicherweise noch etwas Flüssigkeit gewinnen, gleichzeitig können aber mehr feine Partikel durch den Filter gelangen.
Eine normale langsame Pressbewegung reicht aus.
Das richtige Kaffee-Wasser-Verhältnis
1:5 ist nicht die einzige Möglichkeit.
Je nach gewünschter Konzentration kann das Rezept angepasst werden.
Kaffee : Wasser | Beispiel | Ergebnis |
|---|---|---|
1:4 | 100 g + 400 ml | sehr konzentriert |
1:5 | 100 g + 500 ml | kräftiges Konzentrat |
1:6 | 100 g + 600 ml | etwas milder |
1:8 | 100 g + 800 ml | deutlich weniger konzentriert |
1:10 | 100 g + 1.000 ml | eher kräftiger Kaffee |
Für die French Press ist 1:5 ein guter Ausgangspunkt.
Kaffeekonzentrat im Verhältnis 1:4
Wer eine besonders kräftige Basis für Milchgetränke möchte, kann beispielsweise:
100 g Kaffee
mit
400 ml Wasser
kombinieren.
Das Verhältnis beträgt:
1:4.
Hier muss besonders auf die Größe der French Press geachtet werden.
Außerdem bedeutet weniger Wasser nicht automatisch eine bessere Extraktion.
Wer mit 1:5 gute Ergebnisse erzielt, sollte deshalb nicht zwangsläufig auf immer extremere Verhältnisse wechseln.
Kaffeekonzentrat im Verhältnis 1:5
Das Standardrezept:
100 g Kaffee
500 ml Wasser.
Dieses Verhältnis eignet sich besonders gut als Ausgangspunkt.
Das Ergebnis ist konzentriert genug, um später mit Wasser oder Milch verdünnt zu werden.
Kaffeekonzentrat im Verhältnis 1:6
Für eine etwas mildere Variante:
100 g Kaffee
600 ml Wasser.
Das Konzentrat benötigt später entsprechend weniger Verdünnung.
Wer den Kaffee hauptsächlich schwarz trinkt, kann diese Variante angenehmer finden.
Wie verdünnt man French-Press-Kaffeekonzentrat?
Die optimale Verdünnung hängt vom Rezept und persönlichen Geschmack ab.
Für ein 1:5-Konzentrat kann beispielsweise mit:
1 Teil Konzentrat zu 2 Teilen Wasser
begonnen werden.
Beispiel:
80 ml Kaffeekonzentrat
160 ml Wasser.
Das ergibt:
240 ml Kaffee.
Anschließend kann die Stärke individuell angepasst werden.
Muss Kaffeekonzentrat überhaupt verdünnt werden?
Ein Konzentrat ist grundsätzlich für die Verwendung in kleinen Mengen gedacht.
Es kann zwar probiert werden, sollte aber nicht automatisch wie eine normale große Tasse Kaffee getrunken werden.
Neben dem intensiven Geschmack ist insbesondere der mögliche Koffeingehalt zu beachten.
Für den Alltag ist es sinnvoller, eine definierte Menge zu dosieren und anschließend mit Wasser oder Milch zu mischen.
Iced Coffee mit French-Press-Konzentrat
Ein besonders einfaches Rezept lautet:
70 ml Kaffeekonzentrat
150 ml kaltes Wasser
Eiswürfel
Eis in ein Glas geben.
Konzentrat hinzufügen.
Mit Wasser auffüllen.
Umrühren.
Fertig.
Ist das Getränk zu kräftig, kann mehr Wasser hinzugefügt werden.
Iced Latte mit French-Press-Konzentrat
Für einen Iced Latte kann beispielsweise verwendet werden:
60 ml Kaffeekonzentrat
200 ml Milch oder Pflanzendrink
Eis
Zuerst Eis in ein Glas geben.
Milch hinzufügen.
Konzentrat darübergeben.
Anschließend umrühren.
Das konzentrierte Kaffee-Wasser-Verhältnis ist hier besonders praktisch, weil relativ wenig Wasser in das Milchgetränk gelangt.
Kräftiger Iced Latte
Wer einen intensiveren Kaffeegeschmack möchte, kann beispielsweise:
80 ml Konzentrat
200 ml Milch
Eis
verwenden.
Die höhere Konzentratmenge erhöht allerdings nicht nur die geschmackliche Intensität, sondern potenziell auch die Koffeinaufnahme.
Kann man das Konzentrat mit heißem Wasser trinken?
Ja.
Cold-Brew-Konzentrat muss nicht kalt serviert werden.
„Cold Brew“ beschreibt die Extraktionsmethode und nicht zwingend die spätere Trinktemperatur.
Beispielsweise können:
70 ml Konzentrat
mit
170 ml heißem Wasser
kombiniert werden.
Dadurch entsteht innerhalb weniger Sekunden ein heißer Kaffee.
Heißer Milchkaffee mit French-Press-Konzentrat
Auch ein heißer Milchkaffee ist möglich.
Beispielsweise:
60 ml Konzentrat
180 ml warme Milch.
Wer möchte, kann die Milch zusätzlich aufschäumen.
Das Getränk basiert zwar nicht auf Espresso, kann aber trotzdem einen kräftigen Kaffeegeschmack besitzen.
Protein Coffee mit French-Press-Konzentrat
Für Protein Coffee eignet sich das Konzentrat ebenfalls.
Ein mögliches Rezept:
50 ml Kaffeekonzentrat
250 ml Proteinshake
Eis.
Da das Konzentrat bereits kalt ist, lässt sich das Getränk direkt zubereiten.
Kaffeekonzentrat für Kaffee-Desserts
Die hohe Konzentration ist auch beim Backen und bei Desserts interessant.
Normaler Filterkaffee bringt relativ viel zusätzliche Flüssigkeit in ein Rezept.
Von einem Konzentrat wird wesentlich weniger benötigt.
Dadurch lässt sich ein kräftiger Kaffeegeschmack erzielen, ohne die Konsistenz des Rezepts so stark zu verändern.
Wie schmeckt French-Press-Kaffeekonzentrat?
Das hängt stark von Bohnen, Mahlgrad, Verhältnis und Extraktionszeit ab.
Typische Geschmacksrichtungen können beispielsweise sein:
schokoladig
nussig
kräftig
süßlich
röstig
fruchtig.
Da bei der French Press ein Metallfilter verwendet wird, verbleiben mehr Kaffeeöle in der Flüssigkeit als bei einem Papierfilter.
Dadurch kann das Getränk voller und körperreicher wirken.
Schmeckt French-Press-Konzentrat wie Espresso?
Nein.
Espresso entsteht durch eine völlig andere Extraktionsmethode.
Klassischer Espresso verwendet fein gemahlenen Kaffee, heißes Wasser, hohen Druck und eine kurze Extraktionszeit.
Das French-Press-Konzentrat wird dagegen ohne hohen Druck hergestellt.
Bei der hier beschriebenen Variante erfolgt die Extraktion sogar über viele Stunden mit kaltem Wasser.
Für Iced Latte kann das Konzentrat dieselbe praktische Funktion übernehmen.
Geschmacklich ist es jedoch kein Espresso.
Schmeckt es wie Filterkaffee?
Ebenfalls nicht exakt.
Der Metallfilter der French Press lässt mehr Kaffeeöle und feine Bestandteile passieren als ein Papierfilter.
Außerdem ist das Kaffee-Wasser-Verhältnis wesentlich konzentrierter.
Wird das fertige Konzentrat zusätzlich durch Papier gefiltert und anschließend mit Wasser verdünnt, kann das Ergebnis näher an einen klaren schwarzen Kaffee herankommen.
Ist French-Press-Konzentrat dasselbe wie Cold Brew?
Wenn grob gemahlener Kaffee mit kaltem oder zimmerwarmem Wasser über viele Stunden in der French Press extrahiert wird, handelt es sich um Cold Brew.
Aufgrund des hohen Kaffee-Wasser-Verhältnisses entsteht genauer:
Cold Brew Concentrate.
Damit gilt:
French Press = verwendetes Zubereitungsgerät.
Cold Brew = Extraktionsmethode.
Kaffeekonzentrat = konzentrierte Produktform.
Ein Getränk kann deshalb gleichzeitig alle drei Eigenschaften besitzen.
French Press vs. Cold-Brew-Bereiter
Ein spezieller Cold-Brew-Bereiter ist nicht zwingend erforderlich.
Die French Press übernimmt praktisch dieselbe grundlegende Aufgabe:
Kaffee und Wasser können lange miteinander in Kontakt bleiben und anschließend voneinander getrennt werden.
Ein spezieller Cold-Brew-Bereiter kann allerdings einen feineren oder komfortableren Filter besitzen.
Wer bereits eine French Press zu Hause hat, benötigt für den Einstieg deshalb normalerweise kein zusätzliches Gerät.
French Press vs. Filterkaffeemaschine für Kaffeekonzentrat
Eigenschaft | French Press | Filterkaffeemaschine |
|---|---|---|
Extraktion | Immersion | Durchlauf |
Temperatur | kalt oder heiß möglich | normalerweise heiß |
Cold Brew möglich | Ja | Nein |
Extraktionszeit als Cold Brew | viele Stunden | wenige Minuten |
Konzentriertes Rezept | sehr gut möglich | begrenzter |
Papierfilter notwendig | Nein | meistens Ja |
Kaffeeöle im Getränk | mehr | weniger |
Sediment | mehr möglich | wenig |
Für Iced Latte | sehr gut | sehr gut |
Für Cold Brew | sehr gut | ungeeignet |
Strom notwendig | Nein | meist Ja |
Für klassisches Cold-Brew-Konzentrat besitzt die French Press klare Vorteile.
French Press vs. Kaffeevollautomat
Auch hier handelt es sich um zwei unterschiedliche Ansätze.
Der Vollautomat kann innerhalb weniger Minuten mehrere kurze Espresso- beziehungsweise Kaffee-Bezüge herstellen.
Die French Press benötigt für die kalte Variante mehrere Stunden.
Dafür kann mit der French Press eine relativ große Menge Konzentrat in einem einzigen Ansatz hergestellt werden.
Wer beispielsweise 500 bis 800 ml benötigt, muss nicht zehn oder mehr einzelne Espresso-Bezüge durchführen.
Welche Methode ist günstiger?
Die Kosten hängen hauptsächlich von der verwendeten Kaffeemenge ab.
Angenommen:
1 kg Kaffeebohnen kostet 20 Euro.
Für das Grundrezept werden:
100 g Kaffee
verwendet.
Damit betragen die reinen Kaffeekosten:
2 Euro.
Aus dieser Charge entstehen mehrere Portionen.
Kosten pro Getränk berechnen
Angenommen, nach der Extraktion und Filterung bleiben:
400 ml Konzentrat
übrig.
Pro Iced Latte werden:
50 ml
verwendet.
Dann ergeben sich:
400 ÷ 50 = 8 Portionen.
Bei 2 Euro Kaffeekosten entsprechen die Kaffeekosten pro Getränk:
0,25 Euro.
Milch, Eis und eventuell Sirup kommen hinzu.
Wie viel Koffein enthält French-Press-Kaffeekonzentrat?
Eine exakte Angabe ist ohne Messung nicht möglich.
Der Koffeingehalt hängt unter anderem ab von:
Bohnenart
Arabica-/Robusta-Anteil
Kaffeemenge
Wassermenge
Mahlgrad
Extraktionsdauer
Temperatur
tatsächlicher Ausbeute
Da im Verhältnis zur Wassermenge sehr viel Kaffee eingesetzt wird, kann das Konzentrat pro 100 ml erheblich mehr Koffein enthalten als normaler trinkfertiger Kaffee.
Wird Cold Brew durch lange Ziehzeit extrem koffeinhaltig?
Nicht automatisch.
Die Koffeinmenge wird von mehreren Faktoren bestimmt.
Eine lange Extraktionszeit bedeutet nicht, dass der Koffeingehalt unbegrenzt weiter steigt.
Entscheidend ist außerdem, wie viel Konzentrat später tatsächlich verwendet wird.
Deshalb sollte die Koffeinaufnahme anhand der Portion und nicht nur anhand der Bezeichnung „Konzentrat“ betrachtet werden.
Verändert Verdünnen den Koffeingehalt?
Die gesamte Koffeinmenge einer Portion verändert sich durch Wasser nicht.
Angenommen, 60 ml Konzentrat enthalten hypothetisch:
100 mg Koffein.
Wer 180 ml Wasser hinzugibt, erhält:
240 ml Getränk.
Insgesamt sind weiterhin:
100 mg Koffein
enthalten.
Lediglich die Koffeinkonzentration pro Milliliter sinkt.
Wie viele Kalorien hat das Konzentrat?
Reines, ungesüßtes Kaffeekonzentrat ist kalorienarm.
Bei einem schwarzen Iced Coffee mit Wasser und Eis bleibt die Kalorienmenge deshalb sehr gering.
Bei einem Iced Latte stammen die meisten Kalorien dagegen aus:
Milch
Pflanzendrink
Zucker
Sirup
oder Sahne.
Für die Kalorienbilanz des fertigen Getränks ist die Kaffeebasis deshalb normalerweise nur von geringer Bedeutung.
Wie lange hält Kaffeekonzentrat aus der French Press?
Selbst gemachtes Kaffeekonzentrat sollte sauber verarbeitet, nach der Filterung gekühlt und in einem verschlossenen lebensmittelechten Gefäß aufbewahrt werden.
Für eine möglichst gute Qualität ist es sinnvoll, kleinere Chargen herzustellen, die innerhalb weniger Tage verbraucht werden.
Eine wochenlange Lagerung selbst gemachter Chargen ist nicht sinnvoll.
Bei auffälligen Veränderungen von Geruch, Geschmack oder Aussehen sollte das Konzentrat entsorgt werden.
Welches Gefäß eignet sich für die Lagerung?
Eine verschließbare Glasflasche ist besonders praktisch.
Sie sollte:
sauber
lebensmittelecht
und gut verschließbar
sein.
Nach jeder Charge sollte das Gefäß gründlich gereinigt werden.
Sollte das Konzentrat in der French Press aufbewahrt werden?
Besser nicht.
Nach der Extraktion sollte das Konzentrat vom Kaffeesatz getrennt und in ein anderes Gefäß umgefüllt werden.
Dadurch wird verhindert, dass der Kaffee weiterhin unnötig mit dem Kaffeemehl in Kontakt bleibt.
Außerdem lässt sich eine geschlossene Flasche im Kühlschrank meist besser lagern.
Kann man Kaffeekonzentrat einfrieren?
Ja.
Besonders praktisch ist das Einfrieren in einem Eiswürfelbehälter.
Dadurch entstehen Kaffee-Eiswürfel.
Diese können direkt für Iced Latte oder Iced Coffee verwendet werden.
Beim Schmelzen gelangt dadurch zusätzlicher Kaffee statt normales Wasser ins Getränk.
Wie viel sollte man auf Vorrat herstellen?
Das hängt vom Verbrauch ab.
Wer beispielsweise täglich einen Iced Latte mit:
60 ml Konzentrat
trinkt, benötigt für fünf Getränke:
300 ml.
Eine Charge mit 100 g Kaffee und 500 ml Wasser kann dafür bereits ausreichen, abhängig von der tatsächlichen Flüssigkeitsausbeute.
Es ist deshalb nicht notwendig, mehrere Liter auf einmal vorzubereiten.
Warum schmeckt mein French-Press-Konzentrat bitter?
Mögliche Ursachen sind:
sehr dunkle Bohnen
zu feiner Mahlgrad
zu lange Extraktion
sehr hohe Konzentration
oder zu geringe Verdünnung.
Bevor das komplette Rezept verändert wird, sollte das Konzentrat zunächst stärker verdünnt werden.
Schmeckt es beispielsweise pur unangenehm kräftig, kann es nach einer Verdünnung von 1:2 völlig ausgewogen sein.
Warum schmeckt das Konzentrat zu schwach?
Mögliche Ursachen sind:
zu wenig Kaffee
zu viel Wasser
zu kurze Extraktionszeit
oder zu starke Verdünnung.
Wer mit 1:5 arbeitet und das Ergebnis selbst vor der Verdünnung zu schwach findet, kann beim nächsten Ansatz beispielsweise 1:4 ausprobieren.
Warum ist so viel Kaffeesatz im Getränk?
Die French Press verwendet einen Metallfilter.
Dieser hält größere Kaffeepartikel zurück, aber nicht sämtliche feinen Bestandteile.
Etwas Sediment ist deshalb normal.
Wer möglichst wenig Kaffeesatz im Konzentrat möchte, sollte:
grob mahlen
den Stempel langsam herunterdrücken
und anschließend zusätzlich durch einen Papierfilter filtern.
Warum lässt sich der Stempel kaum herunterdrücken?
Eine häufige Ursache ist ein zu feiner Mahlgrad.
Bei einem konzentrierten Rezept befindet sich außerdem besonders viel Kaffeemehl in der French Press.
Dadurch steigt der Widerstand.
Der Stempel sollte niemals mit Gewalt heruntergedrückt werden.
Beim nächsten Ansatz kann ein gröberer Mahlgrad helfen.
Muss man das Konzentrat während der Extraktion umrühren?
Direkt nach dem Hinzufügen des Wassers sollte sichergestellt werden, dass das gesamte Kaffeemehl benetzt ist.
Dafür reicht vorsichtiges Umrühren.
Während der restlichen Extraktionszeit ist ständiges Umrühren nicht notwendig.
Ein reproduzierbarer Ablauf ist wichtiger als möglichst viel Bewegung.
Kann man das Rezept verdoppeln?
Ja, sofern die French Press groß genug ist.
Für das Verhältnis 1:5 könnten beispielsweise verwendet werden:
200 g Kaffee
1.000 ml Wasser.
Allerdings benötigen Kaffee und Wasser zusammen deutlich mehr als einen Liter Platz.
Eine French Press mit einem Liter Nennvolumen wäre dafür deshalb wahrscheinlich zu klein.
Bei größeren Chargen kann ein separates großes Gefäß für die Extraktion und die French Press nur zum Filtern verwendet werden.
Welche French-Press-Größe eignet sich?
Für das Rezept mit:
100 g Kaffee
und
500 ml Wasser
sollte die French Press deutlich mehr als 500 ml tatsächlichen Platz bieten.
Eine größere French Press erleichtert das Umrühren und verhindert, dass das Gefäß bis zum Rand gefüllt werden muss.
Wer regelmäßig größere Mengen herstellt, profitiert entsprechend von einem größeren Modell.
Kann man das Konzentrat direkt morgens herstellen?
Bei der Cold-Brew-Methode nicht spontan.
Die Extraktion benötigt mehrere Stunden.
Das Rezept eignet sich deshalb besonders gut für eine Vorbereitung über Nacht.
Wer morgens spontan Konzentrat benötigt, ist mit:
Kaffeevollautomat
Espressomaschine
oder einer heiß gebrühten konzentrierten Kaffeebasis
schneller.
Die einfachste Routine für den Alltag
Wer regelmäßig Kaffeekonzentrat mit der French Press herstellen möchte, kann einen einfachen Rhythmus verwenden:
Abends:
100 g Kaffee grob mahlen.
Mit 500 ml Wasser in der French Press vermischen.
Abgedeckt kalt stellen.
Am nächsten Morgen:
Stempel langsam herunterdrücken.
Konzentrat umfüllen.
Optional durch Papier filtern.
Wieder in den Kühlschrank stellen.
Für einen Iced Latte:
60 ml Konzentrat
200 ml Milch
Eis.
Damit ist die eigentliche Getränkezubereitung innerhalb weniger Sekunden erledigt.
French Press oder gekauftes Kaffeekonzentrat?
Eigenschaft | French Press selber machen | Fertiges Konzentrat |
|---|---|---|
Bohnen frei wählbar | Ja | Nein |
Stärke anpassbar | Ja | über Dosierung |
Mahlgrad kontrollierbar | Ja | Nein |
Extraktionszeit kontrollierbar | Ja | Nein |
Vorbereitung notwendig | Ja | Nein |
Zubereitung Getränk | sehr schnell | sehr schnell |
Kosten | häufig niedrig | produktabhängig |
Geschmack reproduzierbar | abhängig vom Rezept | sehr konstant |
Lagerfähigkeit | eher kurz | Herstellerangabe |
Experimentiermöglichkeiten | sehr hoch | gering |
Wer maximale Bequemlichkeit möchte, hat mit einem Fertigprodukt Vorteile.
Wer Bohnen und Rezept selbst bestimmen möchte, bekommt mit der French Press wesentlich mehr Kontrolle.
Vorteile der French-Press-Methode
Vorteile | Nachteile |
|---|---|
keine Kaffeemaschine notwendig | lange Extraktionszeit |
sehr einfache Herstellung | Vorbereitung erforderlich |
große Mengen in einem Ansatz möglich | etwas Sediment möglich |
Bohnen frei wählbar | genaue Koffeinmenge unbekannt |
Konzentration anpassbar | zusätzlicher Papierfilter eventuell sinnvoll |
sehr gut für Iced Latte | nicht spontan fertig |
ideal für Cold Brew | benötigt Platz im Kühlschrank |
geringer Geräteaufwand | Ausbeute geringer als eingesetzte Wassermenge |
kaum Stromverbrauch | regelmäßige Reinigung notwendig |
Häufige Fehler bei Kaffeekonzentrat aus der French Press
Der häufigste Fehler ist ein zu feiner Mahlgrad. Dadurch entstehen mehr Sediment und ein hoher Widerstand beim Herunterdrücken des Stempels.
Auch eine extrem lange Extraktionszeit ist nicht automatisch besser. Für den Einstieg reichen etwa 12 bis 18 Stunden.
Ein weiterer Fehler ist die Annahme, dass aus 500 ml Wasser auch 500 ml Konzentrat entstehen. Ein Teil der Flüssigkeit verbleibt immer im Kaffeesatz.
Außerdem sollte das fertige Konzentrat nach der Extraktion nicht weiter auf dem Kaffeemehl stehen bleiben.
Und schließlich sollte ein konzentriertes Rezept nicht automatisch unverdünnt wie eine große Tasse normalen Kaffee getrunken werden. Geschmack und mögliche Koffeinmenge sind wesentlich intensiver.
Analyse: Ist die French Press die beste Methode für selbst gemachtes Kaffeekonzentrat?
Für Cold-Brew-Konzentrat gehört die French Press zu den einfachsten Methoden überhaupt.
Sie löst zwei Probleme gleichzeitig.
Während der Extraktion dient sie als Behälter für Kaffee und Wasser.
Nach der Extraktion dient der Stempel als Filter.
Zusätzliches Spezialzubehör ist deshalb nicht notwendig.
Das Verhältnis von 1:5 ist für den Einstieg besonders interessant:
100 g Kaffee auf 500 ml Wasser.
Damit entsteht eine deutlich konzentrierte Basis, die anschließend individuell verdünnt werden kann.
Gegenüber einer Filterkaffeemaschine besteht der wichtigste Unterschied in der Extraktionsmethode.
Die Filtermaschine arbeitet mit heißem Wasser innerhalb weniger Minuten.
Die French Press ermöglicht dagegen eine vollständige Immersion über viele Stunden.
Dadurch eignet sie sich hervorragend für Cold Brew Concentrate.
Gegenüber dem Kaffeevollautomaten besitzt die French Press außerdem einen Vorteil bei größeren Mengen.
Für 300 oder 500 ml kräftige Espresso-Basis wären beim Vollautomaten viele einzelne Bezüge notwendig.
In der French Press wird die gesamte Menge in einem Ansatz hergestellt.
Der Nachteil ist die Zeit.
Wer spontan einen Iced Latte möchte und noch kein Konzentrat vorbereitet hat, muss viele Stunden warten.
Deshalb eignet sich die Methode vor allem für Nutzer, die ihren Kaffee auf Vorrat vorbereiten.
Fazit: Kaffeekonzentrat mit der French Press ist besonders einfach
Kaffeekonzentrat lässt sich mit einer French Press ohne Kaffeemaschine und mit sehr wenig Zubehör selber machen.
Für den ersten Versuch eignet sich:
100 g grob gemahlener Kaffee
500 ml kaltes oder zimmerwarmes Wasser
12 bis 18 Stunden Extraktionszeit.
Ein besonders guter Ausgangspunkt sind etwa 14 bis 16 Stunden.
Anschließend wird der Stempel langsam heruntergedrückt und das Konzentrat sofort in ein sauberes Gefäß umgefüllt.
Wer weniger Sediment möchte, kann die Flüssigkeit zusätzlich durch einen Papierfilter laufen lassen.
Für einen Iced Latte eignet sich beispielsweise:
60 ml Kaffeekonzentrat
200 ml Milch
Eis.
Für einen Iced Coffee können beispielsweise:
70 ml Kaffeekonzentrat
150 ml Wasser
Eis
verwendet werden.
Die Dosierungen sind Ausgangswerte und können an Bohnen, Rezept und persönlichen Geschmack angepasst werden.
Wer kaltes oder zimmerwarmes Wasser verwendet und den Kaffee über viele Stunden extrahiert, stellt mit der French Press genauer gesagt ein Cold-Brew-Konzentrat her.
Gerade darin liegt die größte Stärke dieser Methode: Mit einer French Press, grob gemahlenem Kaffee, Wasser und etwas Zeit lässt sich eine kräftige und vielseitige Kaffeebasis herstellen, die anschließend für mehrere Getränke innerhalb weniger Sekunden einsatzbereit ist.




