Kaffeekonzentrat kann Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung sein, wenn es passend dosiert und ohne große Mengen Zucker oder andere kalorienreiche Zusätze getrunken wird. Gesundheitlich unterscheidet sich reines Kaffeekonzentrat aus Kaffee und Wasser dabei weniger grundsätzlich von normalem Kaffee, als der Begriff „Konzentrat“ vermuten lässt. Der wichtigste Unterschied ist die höhere Konzentration: Pro Milliliter kann deutlich mehr Kaffeeextrakt und damit auch mehr Koffein enthalten sein.
Entscheidend ist deshalb nicht allein, ob Kaffeekonzentrat gesund oder ungesund ist, sondern wie viel davon getrunken wird, wie hoch der tatsächliche Koffeingehalt ist und womit das Konzentrat kombiniert wird.
Ein schwarzer Kaffee aus Kaffeekonzentrat und Wasser ist beispielsweise etwas völlig anderes als ein Getränk aus Konzentrat, gesüßtem Sirup, Sahne und Karamellsauce.
Für gesunde Erwachsene bewertet die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) einzelne Koffeinmengen von bis zu 200 mg sowie eine über den Tag verteilte Aufnahme von bis zu 400 mg Koffein aus allen Quellen als gesundheitlich unbedenklich. Bei Schwangeren nennt die EFSA bis zu 200 mg Koffein pro Tag aus allen Quellen. Diese Werte beziehen sich auf Koffein insgesamt und nicht speziell auf Kaffeekonzentrat.
Was steckt in Kaffeekonzentrat?
Ein einfaches selbst gemachtes Kaffeekonzentrat benötigt nur zwei Zutaten:
Kaffee und Wasser.
Ein Cold-Brew-Konzentrat kann beispielsweise aus 100 g grob gemahlenem Kaffee und 500 ml Wasser hergestellt werden.
Nach einer langen Extraktion wird der Kaffee gefiltert. Das Ergebnis ist eine konzentrierte Kaffeebasis, die anschließend beispielsweise mit Wasser oder Milch verdünnt wird.
Bei einem solchen schwarzen Kaffeekonzentrat kommen zunächst weder Haushaltszucker noch Milch, Sahne oder Sirup hinzu.
Das macht die Zusammensetzung relativ einfach.
Bei kommerziellen Konzentraten sollte dagegen immer die Zutatenliste geprüft werden, da je nach Produkt weitere Zutaten enthalten sein können.
Ist schwarzes Kaffeekonzentrat gesund?
Reines schwarzes Kaffeekonzentrat ist grundsätzlich mit schwarzem Kaffee vergleichbar: Es besteht hauptsächlich aus Wasser und aus Kaffee extrahierten Bestandteilen.
Der entscheidende Punkt ist die Dosierung.
Während eine normale Tasse Filterkaffee bereits auf Trinkstärke gebrüht wird, kann Kaffeekonzentrat wesentlich stärker sein.
Eine Portion von beispielsweise 50 ml Konzentrat kann anschließend mit 150 ml Wasser verdünnt werden:
50 ml Konzentrat + 150 ml Wasser = 200 ml fertiger Kaffee.
Dadurch schmeckt das Getränk deutlich milder.
Die Verdünnung verändert allerdings nicht die absolute Menge an Koffein, die ursprünglich in den 50 ml Konzentrat enthalten war.
Ist Kaffeekonzentrat gesünder als normaler Kaffee?
Nicht automatisch.
Kaffeekonzentrat besitzt einige praktische Vorteile, ist aber nicht grundsätzlich „gesünder“ als Filterkaffee, Espresso oder andere Kaffeezubereitungen.
Ein wichtiger Vorteil besteht darin, dass sich die Portionsgröße sehr genau steuern lässt.
Wer beispielsweise jeden Morgen exakt 50 ml Konzentrat verwendet, kann zumindest die verwendete Menge der Kaffeebasis konstant halten.
Wie viel Koffein diese 50 ml tatsächlich enthalten, hängt allerdings vom Konzentrat ab.
Filterkaffee wird dagegen direkt auf Trinkstärke hergestellt.
Für die gesundheitliche Bewertung ist deshalb weniger die Bezeichnung des Getränks entscheidend als die tatsächlich konsumierte Koffeinmenge und die Zusammensetzung des fertigen Getränks.
Ist Kaffeekonzentrat ungesünder als normaler Kaffee?
Auch das lässt sich nicht pauschal sagen.
Ein schwarzer Kaffee aus:
50 ml ungesüßtem Kaffeekonzentrat + 150 ml Wasser
ist ernährungsphysiologisch etwas völlig anderes als ein Getränk aus:
Kaffeekonzentrat, Vollmilch, Vanillesirup, Sahne und Karamellsauce.
Das Konzentrat selbst ist also nicht automatisch das Problem.
Besonders wichtig ist jedoch die Koffeinkonzentration.
Wer Kaffeekonzentrat wie normalen Kaffee verwendet und beispielsweise 200 oder 300 ml davon unverdünnt trinkt, kann wesentlich mehr Koffein aufnehmen als beabsichtigt.
Der wichtigste Punkt: Koffein
Koffein ist wahrscheinlich der wichtigste Faktor, wenn es um die gesundheitliche Bewertung von Kaffeekonzentrat geht.
Koffein stimuliert das zentrale Nervensystem und kann in moderaten Mengen die Wachsamkeit erhöhen und Müdigkeit reduzieren.
Wie viel Koffein ein Kaffeekonzentrat enthält, lässt sich allerdings nicht pauschal angeben.
Der Wert hängt unter anderem von folgenden Faktoren ab:
Faktor | Einfluss |
|---|---|
verwendete Kaffeemenge | mehr Kaffee kann die Extrakt- und Koffeinmenge erhöhen |
Bohnenart | unterschiedliche Kaffees besitzen unterschiedliche Koffeingehalte |
Verhältnis Kaffee zu Wasser | beeinflusst die Konzentration |
Extraktionsverfahren | beeinflusst die Extraktion |
Extraktionsdauer | kann die Zusammensetzung beeinflussen |
Dosierung | bestimmt die konsumierte Menge des Konzentrats |
kommerzielles Produkt | Rezeptur und Konzentration unterscheiden sich |
Deshalb ist eine Aussage wie „50 ml Kaffeekonzentrat enthalten immer 100 mg Koffein“ nicht seriös.
Wie viel Koffein ist pro Tag unbedenklich?
Die EFSA kommt für die gesunde erwachsene Allgemeinbevölkerung zu dem Ergebnis, dass Einzeldosen bis 200 mg Koffein aus allen Quellen keine Sicherheitsbedenken hervorrufen.
Über den gesamten Tag verteilt gelten für gesunde Erwachsene bis zu:
400 mg Koffein pro Tag aus allen Quellen
als gesundheitlich unbedenklich.
Die Betonung liegt auf allen Quellen.
Dazu gehören beispielsweise:
Kaffeekonzentrat, normaler Kaffee, Espresso, Tee, Cola, Energy Drinks, Schokolade und koffeinhaltige Nahrungsergänzungsmittel.
Wer mehrere dieser Produkte konsumiert, muss sie deshalb gemeinsam betrachten.
Warum ist das bei Kaffeekonzentrat besonders wichtig?
Bei einem Konzentrat kann die Portionsgröße optisch täuschen.
50 ml sehen nach sehr wenig Flüssigkeit aus.
Diese 50 ml können aber eine relevante Menge Koffein enthalten.
Angenommen, ein bestimmtes Konzentrat enthält laut Hersteller hypothetisch:
200 mg Koffein pro 100 ml.
Dann enthalten:
Konzentrat | Koffein |
|---|---|
20 ml | 40 mg |
30 ml | 60 mg |
40 ml | 80 mg |
50 ml | 100 mg |
60 ml | 120 mg |
80 ml | 160 mg |
100 ml | 200 mg |
Die Werte sind ausschließlich ein Rechenbeispiel. Der tatsächliche Koffeingehalt kann deutlich davon abweichen.
Wird Kaffeekonzentrat durch Verdünnen gesünder?
Nicht automatisch.
Angenommen, 50 ml Konzentrat enthalten:
100 mg Koffein.
Nun werden 150 ml Wasser hinzugefügt.
Das Getränk enthält danach:
200 ml Flüssigkeit
aber weiterhin:
100 mg Koffein.
Das Wasser reduziert lediglich die Koffeinkonzentration pro Milliliter.
Die absolute Koffeinmenge bleibt gleich.
Wer seine Koffeinaufnahme reduzieren möchte, muss deshalb weniger Konzentrat verwenden oder ein Produkt mit niedrigerem Koffeingehalt wählen.
Ist stark verdünntes Kaffeekonzentrat koffeinärmer?
Pro 100 ml: ja.
Pro vollständigem Getränk: nicht unbedingt.
Beispiel:
50 ml Konzentrat enthalten hypothetisch 100 mg Koffein.
Variante A:
50 ml Konzentrat + 50 ml Wasser = 100 ml Getränk mit insgesamt 100 mg Koffein.
Variante B:
50 ml Konzentrat + 150 ml Wasser = 200 ml Getränk mit insgesamt 100 mg Koffein.
Variante C:
50 ml Konzentrat + 250 ml Wasser = 300 ml Getränk mit insgesamt 100 mg Koffein.
Alle drei Getränke enthalten dieselbe absolute Koffeinmenge.
Ist Kaffeekonzentrat kalorienarm?
Reines schwarzes Kaffeekonzentrat ohne Zucker, Milch oder andere Zusätze ist grundsätzlich sehr kalorienarm.
Die entscheidenden Kalorien kommen bei vielen Kaffeegetränken erst durch weitere Zutaten hinzu.
Dazu gehören beispielsweise Milch, Pflanzendrinks, Zucker, Sirup, Sahne, Eiscreme oder Schokoladensauce.
Deshalb kann ein schwarzer Kaffee auf Basis von Konzentrat sehr kalorienarm sein, während ein Frappé mit derselben Kaffeebasis mehrere hundert Kilokalorien enthalten kann.
Enthält Kaffeekonzentrat Zucker?
Reines selbst gemachtes Kaffeekonzentrat aus Kaffee und Wasser benötigt keinen zugesetzten Zucker.
Ein einfaches Rezept kann ausschließlich aus:
100 g Kaffee + 500 ml Wasser
bestehen.
Bei gekauftem Konzentrat sollte dagegen die Nährwerttabelle kontrolliert werden.
Je nach Produkt können Zucker oder andere Zutaten enthalten sein.
Für eine möglichst einfache Zusammensetzung eignet sich ein Konzentrat, dessen Zutatenliste im Wesentlichen aus Kaffee und Wasser besteht.
Ist Kaffeekonzentrat ohne Zucker gesund?
Ein ungesüßtes schwarzes Kaffeekonzentrat vermeidet zumindest die zusätzlichen Zucker- und Kalorienmengen, die durch gesüßte Kaffeegetränke entstehen können.
Beispielsweise:
50 ml Kaffeekonzentrat + 150 ml Wasser + Eis
kommt ohne zugesetzten Zucker aus, sofern das verwendete Konzentrat selbst ungesüßt ist.
Das macht das Getränk zu einer deutlich anderen Wahl als einen Kaffee mit mehreren Portionen Sirup, Zucker und Sahne.
Ob das Getränk individuell gut vertragen wird, hängt trotzdem unter anderem von der Koffeinmenge ab.
Ist Cold-Brew-Konzentrat gesund?
Cold-Brew-Konzentrat ist nicht automatisch gesünder oder ungesünder als heiß gebrühter Kaffee.
Cold Brew beschreibt zunächst die Extraktionsmethode.
Dabei wird Kaffee über längere Zeit mit nicht heißem Wasser extrahiert.
Ein selbst gemachtes Konzentrat kann beispielsweise aus:
100 g grob gemahlenem Kaffee + 500 ml Wasser
hergestellt und ungefähr 12 bis 18 Stunden im Kühlschrank extrahiert werden.
Anschließend wird es gefiltert und gekühlt aufbewahrt.
Gesundheitlich bleibt auch hier die verwendete Portion entscheidend.
Ist Cold Brew magenfreundlicher?
Cold Brew wird häufig als besonders magenfreundlich oder säurearm beworben.
Hier sollte allerdings vorsichtig formuliert werden.
Zwischen messbarer Säure beziehungsweise pH-Wert und der sensorisch wahrgenommenen Säure eines Kaffees besteht ein Unterschied.
Cold Brew kann geschmacklich weniger säurebetont wirken als manche heiß gebrühten Kaffees.
Daraus lässt sich aber nicht ableiten, dass Cold Brew für jeden Menschen automatisch besser verträglich oder grundsätzlich „magenschonend“ ist.
Die individuelle Verträglichkeit kann sehr unterschiedlich sein.
Enthält Kaffeekonzentrat Antioxidantien?
Kaffee enthält verschiedene bioaktive Pflanzenstoffe, darunter Polyphenole.
Welche Mengen davon im fertigen Getränk vorhanden sind, hängt jedoch von Bohne, Röstung und Extraktionsverfahren ab.
Bei Kaffeekonzentrat sollte deshalb nicht pauschal angenommen werden, dass eine stärkere Konzentration automatisch einen größeren gesundheitlichen Nutzen bedeutet.
Mehr Konzentrat bedeutet gleichzeitig auch eine höhere Aufnahme anderer extrahierter Bestandteile – insbesondere kann die Koffeinmenge steigen.
„Mehr“ ist deshalb nicht automatisch „gesünder“.
Ist Kaffeekonzentrat gut zum Abnehmen?
Kaffeekonzentrat ist kein Abnehmprodukt.
Ein schwarzes Getränk aus Kaffee und Wasser kann allerdings sehr kalorienarm sein.
Beispielsweise:
50 ml ungesüßtes Konzentrat + 150 ml Wasser + Eis
liefert kaum zusätzliche Energie aus Zucker oder Fett.
Das bedeutet aber nicht, dass Kaffeekonzentrat automatisch Gewichtsverlust verursacht.
Entscheidend für die Gewichtsentwicklung bleibt die gesamte Energiebilanz der Ernährung und des Lebensstils.
Kann Kaffeekonzentrat den Stoffwechsel beschleunigen?
Koffein besitzt verschiedene physiologische Wirkungen und wirkt stimulierend.
Daraus sollte jedoch keine pauschale Aussage abgeleitet werden, dass Kaffeekonzentrat ein wirksames Mittel zum Abnehmen sei.
Gerade hochkonzentrierte Koffeinprodukte sollten nicht verwendet werden, um möglichst hohe Koffeinmengen für vermeintliche Stoffwechsel- oder Leistungswirkungen aufzunehmen.
Für die normale Verwendung ist Kaffeekonzentrat in erster Linie ein Kaffeegetränk beziehungsweise eine Kaffeebasis.
Ist Kaffeekonzentrat vor dem Sport sinnvoll?
Koffein kann die Wachsamkeit beeinflussen und wird auch im Zusammenhang mit sportlicher Leistung verwendet.
Kaffeekonzentrat sollte deshalb aber nicht möglichst hoch dosiert werden.
Gerade weil die Koffeinkonzentration höher sein kann, sollte die tatsächliche Menge bekannt sein.
Wer beispielsweise ein kommerzielles Produkt verwendet, kann anhand der Herstellerangaben berechnen, wie viel Koffein die verwendete Portion enthält.
Dabei müssen andere Koffeinquellen des Tages ebenfalls berücksichtigt werden.
Kann zu viel Kaffeekonzentrat ungesund sein?
Ja.
Das gilt insbesondere dann, wenn dadurch zu viel Koffein aufgenommen wird.
Zu viel Koffein kann unter anderem mit Unruhe, Zittern, Schlafproblemen, Herzklopfen, Magenbeschwerden oder Kopfschmerzen verbunden sein.
Die individuelle Empfindlichkeit unterscheidet sich allerdings erheblich.
Manche Menschen reagieren bereits auf relativ geringe Mengen deutlich, während andere größere Mengen gewohnt sind.
Deshalb sollte die persönliche Verträglichkeit zusätzlich zu allgemeinen Richtwerten berücksichtigt werden.
Kann Kaffeekonzentrat den Schlaf beeinflussen?
Ja.
Die EFSA weist darauf hin, dass bereits eine einzelne Koffeinmenge von 100 mg bei manchen Erwachsenen Schlafdauer und Schlafmuster beeinflussen kann, insbesondere wenn sie kurz vor dem Schlafengehen konsumiert wird.
Das ist bei Kaffeekonzentrat besonders relevant, weil eine kleine Portion bereits eine entsprechende Koffeinmenge enthalten könnte.
Wer empfindlich auf Koffein reagiert, sollte deshalb nicht nur auf die Anzahl der Tassen achten, sondern auf die tatsächliche Koffeinmenge.
Kann Kaffeekonzentrat Herzklopfen verursachen?
Eine hohe Koffeinaufnahme kann bei empfindlichen Personen unter anderem Herzklopfen oder einen beschleunigten Herzschlag hervorrufen.
Auch Nervosität, Zittern und Unruhe können auftreten.
Entscheidend ist wiederum nicht die Bezeichnung „Kaffeekonzentrat“, sondern die tatsächlich aufgenommene Koffeinmenge und die individuelle Empfindlichkeit.
Wer regelmäßig Beschwerden nach koffeinhaltigen Getränken bemerkt, sollte die Aufnahme reduzieren und bei gesundheitlichen Fragen ärztlichen Rat einholen.
Kann Kaffeekonzentrat den Blutdruck beeinflussen?
Koffein kann den Blutdruck vorübergehend beeinflussen.
Wie stark die Reaktion ausfällt, unterscheidet sich zwischen Personen.
Wer Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder andere gesundheitliche Beschwerden hat, sollte allgemeine Koffeinrichtwerte nicht automatisch auf die eigene Situation übertragen.
Die EFSA-Richtwerte beziehen sich ausdrücklich auf die gesunde Allgemeinbevölkerung und ersetzen keine individuelle medizinische Beurteilung.
Ist Kaffeekonzentrat in der Schwangerschaft erlaubt?
Hier ist insbesondere die gesamte Koffeinaufnahme wichtig.
Die EFSA nennt für Schwangere eine über den Tag verteilte Aufnahme von bis zu:
200 mg Koffein pro Tag aus allen Quellen
als Menge, die keine Sicherheitsbedenken für den Fötus hervorruft.
Dazu zählt nicht nur Kaffeekonzentrat.
Auch Kaffee, Espresso, Tee, Cola, Energy Drinks, Schokolade und andere koffeinhaltige Lebensmittel tragen zur Gesamtmenge bei.
Bei Kaffeekonzentrat ist deshalb besonders wichtig, den tatsächlichen Koffeingehalt beziehungsweise die Herstellerangabe zu kennen.
Ist entkoffeiniertes Kaffeekonzentrat eine Alternative?
Ja.
Wer den Geschmack und die praktische Verwendung von Kaffeekonzentrat mag, aber weniger Koffein aufnehmen möchte, kann Konzentrat auch aus entkoffeiniertem Kaffee herstellen beziehungsweise ein entsprechendes Produkt kaufen.
„Entkoffeiniert“ bedeutet allerdings nicht zwangsläufig absolut koffeinfrei.
Für Menschen, die ihre Koffeinaufnahme sehr genau kontrollieren müssen, sind deshalb wiederum die konkreten Produktangaben relevant.
Ist Kaffeekonzentrat mit Milch gesund?
Das hängt von der gesamten Zusammensetzung und den individuellen Ernährungszielen ab.
Ein Getränk aus:
60 ml Kaffeekonzentrat + 180 ml Milch
enthält zusätzlich die Nährstoffe und Kalorien der verwendeten Milch.
Das ist weder pauschal gesund noch ungesund.
Entscheidend sind beispielsweise Portionsgröße, Milchart, gesamte Ernährung und mögliche weitere Zutaten.
Ein großer Unterschied entsteht insbesondere durch zusätzliche Sirupe, Zucker oder Sahne.
Ist Kaffeekonzentrat mit Hafermilch gesund?
Auch hier lässt sich keine pauschale Aussage treffen.
Ein Getränk aus:
60 ml Konzentrat + 180 ml Haferdrink
kann gut in eine ausgewogene Ernährung passen.
Die Nährwerte verschiedener Haferdrinks unterscheiden sich allerdings.
Wer besonders auf Zucker oder Kalorien achtet, sollte deshalb die Nährwerttabelle des verwendeten Produkts prüfen.
Die gesundheitliche Bewertung hängt damit nicht nur vom Kaffee, sondern vom gesamten Getränk ab.
Wie gesund ist Protein Iced Coffee?
Ein Protein Iced Coffee aus:
50 ml Kaffeekonzentrat + 250 ml Proteinshake + Eis
kombiniert Koffein mit einem proteinreichen Getränk.
Ob das individuell sinnvoll ist, hängt unter anderem vom verwendeten Proteinprodukt, der gesamten Proteinzufuhr und der Koffeinmenge ab.
Auch hier sollte Kaffeekonzentrat nicht automatisch als „gesund“ bewertet werden, nur weil zusätzlich Protein enthalten ist.
Entscheidend bleibt die Gesamtzusammensetzung.
Ist Coffee Tonic gesund?
Coffee Tonic besteht häufig aus:
Kaffeekonzentrat + Tonic Water + Eis.
Hier sollte neben dem Koffeingehalt auch die Nährwerttabelle des Tonic Waters betrachtet werden.
Normales Tonic Water kann Zucker enthalten.
Zuckerfreie Varianten unterscheiden sich entsprechend.
Ein schwarzer Kaffee mit Wasser ist deshalb ernährungsphysiologisch nicht direkt mit Coffee Tonic vergleichbar.
Wie gesund ist Eiskaffee mit Kaffeekonzentrat?
Klassischer Eiskaffee kann beispielsweise aus Kaffeekonzentrat, Milch, Vanilleeis und eventuell Sahne bestehen.
Der größte Teil von Zucker und Kalorien stammt dann normalerweise nicht aus dem schwarzen Kaffeekonzentrat, sondern aus den zusätzlichen Zutaten.
Deshalb kann dasselbe Konzentrat Grundlage für sehr unterschiedliche Getränke sein:
Getränk | Ernährungsrelevante Zusätze |
|---|---|
Konzentrat + Wasser | kaum zusätzliche Kalorien |
Konzentrat + Milch | Milchzucker, Protein, Fett je nach Produkt |
Konzentrat + Haferdrink | produktabhängig |
Konzentrat + Tonic | Zucker je nach Produkt |
Konzentrat + Proteinshake | produktabhängig |
Konzentrat + Vanilleeis | Zucker und Kalorien steigen |
Konzentrat + Sirup + Sahne | Zucker und Kalorien können deutlich steigen |
Das zeigt, warum die Frage nach der Gesundheit immer das fertige Getränk berücksichtigen sollte.
Wie kann man Kaffeekonzentrat möglichst sinnvoll verwenden?
Für ein einfach zusammengesetztes Getränk bietet sich ungesüßtes schwarzes Kaffeekonzentrat an.
Ein unkomplizierter schwarzer Kaffee:
50 ml Konzentrat + 150 ml Wasser.
Ein Iced Coffee:
50 ml Konzentrat + 150 ml Wasser + Eis.
Wer Milch bevorzugt, kann:
50 bis 60 ml Konzentrat + 150 bis 200 ml Milch oder Pflanzendrink
verwenden.
Dabei sollte die Konzentratmenge so gewählt werden, dass die gesamte Koffeinaufnahme zur persönlichen Verträglichkeit passt.
Warum ist die Portionsgröße wichtiger als die Tassengröße?
Ein großer Becher bedeutet nicht automatisch viel Koffein.
Und ein kleines Glas bedeutet nicht automatisch wenig Koffein.
Angenommen, zwei Getränke enthalten jeweils 50 ml desselben Konzentrats.
Getränk A:
50 ml Konzentrat + 50 ml Wasser = 100 ml.
Getränk B:
50 ml Konzentrat + 250 ml Wasser = 300 ml.
Beide enthalten dieselbe Menge Kaffeekonzentrat und damit grundsätzlich dieselbe daraus stammende Koffeinmenge.
Die Tassengröße allein ist deshalb kein zuverlässiger Maßstab.
Wie berechnet man das Koffein im Kaffeekonzentrat?
Ist der Koffeingehalt des Produkts bekannt, lässt sich die Menge einfach berechnen.
Formel:
Koffein pro 100 ml × verwendete Menge ÷ 100
Beispiel:
Ein Konzentrat enthält laut Hersteller:
180 mg Koffein pro 100 ml.
Verwendet werden:
50 ml.
Berechnung:
180 × 50 ÷ 100 = 90 mg Koffein.
Wer davon zwei Getränke trinkt:
90 × 2 = 180 mg Koffein.
Weitere Koffeinquellen des Tages müssten zusätzlich berücksichtigt werden.
Warum sollte man bei Koffein nicht nur Kaffee zählen?
Koffein steckt nicht ausschließlich in Kaffee.
Die EFSA nennt beispielsweise auch Tee, Cola, Energy Drinks und Schokolade als mögliche Quellen.
Als grobe Orientierung nennt die Behörde etwa 90 mg Koffein für 200 ml Filterkaffee, rund 80 mg für einen 60-ml-Espresso und ungefähr 50 mg für 220 ml schwarzen Tee. Die tatsächlichen Werte können jedoch schwanken.
Wer seine Aufnahme einschätzen möchte, sollte deshalb den gesamten Tag betrachten.
Wann sollte man bei Kaffeekonzentrat besonders vorsichtig sein?
Besondere Aufmerksamkeit ist sinnvoll, wenn eine Person stark auf Koffein reagiert, regelmäßig Schlafprobleme nach Kaffee bemerkt oder bestimmte Erkrankungen beziehungsweise Medikamente eine Rolle spielen.
Auch während einer Schwangerschaft ist die gesamte Koffeinaufnahme besonders relevant.
Allgemeine Richtwerte für gesunde Erwachsene sollten bei bestehenden gesundheitlichen Problemen nicht ohne Weiteres als persönliche Empfehlung verstanden werden.
Ist viel Kaffeekonzentrat besonders gesund, weil Kaffee Pflanzenstoffe enthält?
Nein.
Aus der Tatsache, dass Kaffee verschiedene bioaktive Pflanzenstoffe enthält, folgt nicht, dass eine möglichst hohe Konzentration gesundheitlich besser wäre.
Mehr Konzentrat bedeutet gleichzeitig mehr Kaffeeextrakt und möglicherweise deutlich mehr Koffein.
Deshalb sollte Kaffeekonzentrat nicht wie ein Nahrungsergänzungsmittel behandelt werden, bei dem eine möglichst hohe Dosierung angestrebt wird.
Es bleibt ein Kaffeegetränk.
Kaffeekonzentrat oder Energy Drink – was ist gesünder?
Eine pauschale Bewertung ist nicht sinnvoll, weil beide Produkte sehr unterschiedlich zusammengesetzt sein können.
Ein schwarzes Kaffeekonzentrat aus Kaffee und Wasser kann beispielsweise ohne zugesetzten Zucker auskommen.
Ein Energy Drink kann neben Koffein auch Zucker oder andere Zutaten enthalten.
Es gibt allerdings ebenfalls zuckerfreie Energy Drinks.
Für einen sinnvollen Vergleich müssten deshalb mindestens Koffeinmenge, Zucker, Portionsgröße und weitere Inhaltsstoffe betrachtet werden.
Nur anhand der Produktbezeichnung lässt sich keine seriöse Rangfolge erstellen.
Ist selbst gemachtes Kaffeekonzentrat gesünder als gekauftes?
Nicht automatisch.
Selbst gemachtes Konzentrat hat jedoch einen praktischen Vorteil: Die Zutaten sind vollständig kontrollierbar.
Ein einfaches Rezept benötigt nur:
Kaffee + Wasser.
Damit lassen sich Zucker, Sirup und andere Zusätze vermeiden.
Bei einem gekauften Produkt kann die Zusammensetzung ebenfalls sehr einfach sein.
Deshalb lohnt sich ein Blick auf die Zutatenliste und Nährwerttabelle.
Ein gekauftes Konzentrat aus Kaffee und Wasser ist nicht allein deshalb schlechter, weil es industriell hergestellt wurde.
Die häufigsten Irrtümer über Kaffeekonzentrat und Gesundheit
Aussage | Einordnung |
|---|---|
Kaffeekonzentrat ist automatisch ungesund | nein, Dosierung und Zusammensetzung sind entscheidend |
Konzentrat enthält automatisch Zucker | nein, Kaffee + Wasser benötigt keinen Zucker |
mehr Wasser reduziert die Koffeinmenge | nein, nur die Konzentration sinkt |
kleine Portion bedeutet wenig Koffein | nicht unbedingt |
Cold Brew ist automatisch magenfreundlich | individuell und nicht pauschal belegbar |
Konzentrat ist gesünder als Filterkaffee | nicht grundsätzlich |
mehr Kaffee bedeutet mehr gesundheitlichen Nutzen | nein |
400 mg gelten für jedes Individuum | nein, individuelle Empfindlichkeit und besondere Situationen sind zu berücksichtigen |
entkoffeiniert bedeutet absolut koffeinfrei | nicht zwingend |
Analyse: Ist Kaffeekonzentrat nun gesund oder ungesund?
Kaffeekonzentrat lässt sich weder pauschal als „gesund“ noch als „ungesund“ einordnen.
Ein reines Konzentrat aus Kaffee und Wasser ist zunächst ein sehr einfach zusammengesetztes Lebensmittel. Es benötigt keinen zugesetzten Zucker und liefert als schwarzes Getränk nur sehr wenige Kalorien.
Der entscheidende Unterschied zu normalem Kaffee ist die Konzentration.
Dadurch kann eine relativ kleine Portion bereits eine relevante Menge Koffein liefern.
Genau deshalb sollte Kaffeekonzentrat nicht nach der Größe des Glases dosiert werden.
Ein 50-ml-Glas kann theoretisch mehr Koffein enthalten als eine deutlich größere Tasse eines schwächeren Kaffees.
Für gesunde Erwachsene nennt die EFSA Einzeldosen bis 200 mg und über den Tag verteilte Mengen bis 400 mg Koffein aus allen Quellen als Werte, die keine Sicherheitsbedenken hervorrufen. Gleichzeitig weist sie darauf hin, dass bereits 100 mg bei manchen Erwachsenen den Schlaf beeinflussen können, insbesondere bei Konsum nahe der Schlafenszeit.
Das zeigt, warum eine gute Dosierung wichtiger ist als die Frage, ob das Produkt „Konzentrat“ heißt.
Hinzu kommt die Zusammensetzung des fertigen Getränks.
Ein Getränk aus:
Kaffeekonzentrat + Wasser
ist ernährungsphysiologisch völlig anders zusammengesetzt als:
Kaffeekonzentrat + Sirup + Vanilleeis + Sahne.
Wer Kaffeekonzentrat sinnvoll verwenden möchte, sollte deshalb vor allem auf Portionsgröße, Koffeingehalt und Zusätze achten.
Fazit
Kaffeekonzentrat kann bei passender Dosierung Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung sein.
Reines schwarzes Kaffeekonzentrat besteht im einfachsten Fall nur aus Kaffee und Wasser. Es benötigt keinen zugesetzten Zucker und ist als schwarzes Getränk sehr kalorienarm.
Der wichtigste Punkt ist allerdings der Koffeingehalt.
Da Kaffeekonzentrat stärker konzentriert sein kann als normaler Kaffee, sollte nicht einfach ein großes Glas unverdünnt getrunken werden, ohne die Stärke beziehungsweise den Koffeingehalt zu kennen.
Für die gesunde erwachsene Allgemeinbevölkerung bewertet die EFSA einzelne Koffeinmengen bis 200 mg und eine über den Tag verteilte Gesamtaufnahme bis 400 mg täglich aus allen Quellen als unbedenklich. Für Schwangere nennt die EFSA bis zu 200 mg pro Tag aus allen Quellen.
Bei Kaffeekonzentrat ist deshalb eine kontrollierte Dosierung sinnvoll.
Ein einfacher Ausgangspunkt kann beispielsweise sein:
50 ml Kaffeekonzentrat + 150 ml Wasser.
Wie viel Koffein darin tatsächlich steckt, hängt jedoch vom verwendeten Konzentrat ab.
Auch die weiteren Zutaten sind entscheidend. Wasser und Eis verändern die Kalorienbilanz kaum. Milch, Pflanzendrinks, Tonic Water, Proteinshakes, Sirup, Vanilleeis oder Sahne können die Nährwerte des fertigen Getränks dagegen deutlich verändern.
Die wichtigste Regel lautet deshalb:
Kaffeekonzentrat nicht nach der Größe des Getränks beurteilen, sondern auf die tatsächlich verwendete Konzentratmenge, den Koffeingehalt und die zusätzlichen Zutaten achten.




