Kaffee aus der De’Longhi Magnifica S schmeckt für einen vergleichsweise günstigen Kaffeevollautomaten überraschend gut. Besonders Espresso gelingt kräftig, aromatisch und mit einer ausgeprägten Crema. Durch die 13 Mahlgradstufen, die stufenlos einstellbare Kaffeestärke und die anpassbare Temperatur lässt sich der Geschmack relativ genau auf die verwendeten Bohnen abstimmen.
Entscheidend ist allerdings die richtige Einstellung. Mit Werkseinstellungen kann der Kaffee aus der Magnifica S etwas dünn wirken. Mit einem feineren Mahlgrad, einer höheren Kaffeestärke und guten Bohnen lässt sich deutlich mehr Aroma aus der Maschine holen.
Wie schmeckt der Kaffee aus der De’Longhi Magnifica S?
Die De’Longhi Magnifica S ECAM 22.110.B ist vor allem auf klassischen Espresso und Kaffee ausgelegt. Geschmacklich zeigt sie dabei eine für diese Geräteklasse beachtliche Stärke.
Typisch sind:
kräftiges Kaffeearoma
relativ voller Körper
gute Crema
ausgeprägte Röstaromen
bei dunkleren Bohnen häufig Schokoladen- und Nussnoten
vergleichsweise wenig Säure bei geeigneten Bohnen
Besonders gut funktioniert die Maschine deshalb mit klassischen Espresso- und italienischen Röstungen.
Wer sehr helle Specialty-Coffee-Röstungen mit ausgeprägten fruchtigen und floralen Aromen bevorzugt, stößt mit einem Vollautomaten dieser Klasse dagegen schneller an Grenzen.
Espresso ist die Stärke der Magnifica S
Geschmacklich gefällt uns die De’Longhi Magnifica S vor allem beim Espresso.
Das liegt unter anderem daran, dass sich einige für die Extraktion wichtige Parameter einstellen lassen. Die Maschine besitzt ein Edelstahl-Kegelmahlwerk mit 13 Mahlgradstufen. Zusätzlich lässt sich die verwendete Kaffeemenge über den Drehregler anpassen.
Dadurch kann ein relativ konzentrierter Espresso entstehen.
Mit passenden Einstellungen bekommt man einen Espresso mit kräftigem Aroma und einer haselnussbraunen Crema. Gerade mit mittel bis dunkel gerösteten Bohnen kommen klassische Geschmacksrichtungen wie Schokolade, Kakao, Nuss und Karamell gut zur Geltung.
Für einen günstigen Vollautomaten ist das bemerkenswert.
Schmeckt normaler Kaffee genauso gut?
Hier gibt es einen wichtigen Unterschied.
Espresso gelingt der Magnifica S unserer Einschätzung nach besser als ein sehr großer Kaffee.
Je mehr Wasser durch dieselbe Menge Kaffeemehl läuft, desto schwieriger wird es, einen kräftigen und gleichzeitig ausgewogenen Geschmack zu erhalten. Ein sehr lang eingestellter Kaffee kann deshalb zunehmend dünn oder leicht bitter schmecken.
Wer eine große Tasse schwarzen Kaffee trinken möchte, kann eine andere Methode ausprobieren:
Espresso zubereiten und anschließend mit heißem Wasser verlängern.
Damit entsteht im Prinzip ein Americano.
Geschmacklich kann diese Variante interessanter sein, weil zunächst ein konzentrierter Espresso extrahiert wird und anschließend lediglich Wasser hinzugefügt wird.
Welche Einstellungen sorgen für guten Geschmack?
Die optimale Einstellung hängt immer von den verwendeten Bohnen ab. Als Ausgangspunkt kann man bei der Magnifica S aber folgende Einstellungen ausprobieren:
Einstellung | Empfehlung als Ausgangspunkt |
|---|---|
Mahlgrad | etwa Stufe 3–5 |
Kaffeestärke | mittel bis hoch |
Temperatur | hoch |
Espresso | ca. 25–40 ml |
Große Tasse | Espresso + heißes Wasser |
Bohnen | mittel bis dunkel geröstet |
Bohnenart | Arabica oder Arabica-Robusta-Mischung |
Wichtig ist vor allem der Mahlgrad.
Ist er zu grob eingestellt, läuft das Wasser sehr schnell durch das Kaffeemehl. Der Kaffee kann dadurch dünn, sauer oder wenig aromatisch schmecken.
Ist der Mahlgrad dagegen zu fein, kann die Extraktion zu langsam werden und der Kaffee bitter oder unangenehm intensiv schmecken.
Deshalb sollte man sich schrittweise an die passende Einstellung herantasten.
Den Mahlgrad sollte man bei der Magnifica S nur verändern, während das Mahlwerk läuft.
Warum schmeckt mein Kaffee aus der Magnifica S wässrig?
Wässriger Kaffee bedeutet nicht automatisch, dass mit der Maschine etwas nicht stimmt.
Häufig liegt es an einer Kombination aus zu wenig Kaffee und zu viel Wasser.
Typische Ursachen sind:
Mahlgrad zu grob
Kaffeestärke zu niedrig
Getränkemenge zu groß
ungeeignete oder sehr alte Bohnen
zu geringe Brühtemperatur
falsches Verhältnis zwischen Kaffee und Wasser
Der einfachste Test ist deshalb, zunächst einen kleinen Espresso mit höherer Kaffeestärke zuzubereiten.
Schmeckt dieser deutlich intensiver als der normale Kaffee, liegt das Problem wahrscheinlich hauptsächlich an der eingestellten Getränkemenge.
Welche Bohnen schmecken in der Magnifica S besonders gut?
Die Magnifica S harmoniert unserer Erfahrung nach besonders gut mit klassischen Vollautomaten- und Espressoröstungen.
Mittel bis dunkel geröstete Bohnen bringen häufig Aromen von:
Schokolade, Kakao, Nuss, Karamell und kräftigen Röstaromen
hervor.
Eine Mischung aus Arabica und einem gewissen Robusta-Anteil kann außerdem für mehr Körper und eine kräftigere Crema sorgen.
Wer einen milden Kaffee bevorzugt, kann dagegen auf einen hohen Arabica-Anteil setzen.
Sehr ölige Bohnen würden wir für einen Vollautomaten grundsätzlich eher vermeiden. Sie können auf Dauer Ablagerungen im Bohnenbehälter und Mahlwerk begünstigen.
Wie wichtig sind die 13 Mahlgradstufen?
Sehr wichtig.
Die Magnifica S besitzt ein einstellbares Kegelmahlwerk mit 13 Mahlgradpositionen. Gerade in dieser Preisklasse ist die Möglichkeit zur Feinabstimmung ein großer Vorteil.
Der Mahlgrad beeinflusst die Extraktionszeit.
Feinerer Mahlgrad → Wasser läuft langsamer durch → stärkere Extraktion
Gröberer Mahlgrad → Wasser läuft schneller durch → schwächere Extraktion
Deshalb sollte man nicht einfach die maximale Kaffeestärke einstellen und erwarten, dass der Kaffee automatisch optimal schmeckt.
Mahlgrad, Kaffeemenge, Wassermenge und Temperatur müssen zusammenpassen.
Wie gut ist die Crema?
Die Crema gehört zu den Stärken der Magnifica S.
Mit frischen Bohnen und passender Einstellung entsteht eine deutlich sichtbare, haselnussfarbene Cremaschicht.
Dabei sollte man allerdings beachten, dass eine schöne Crema allein noch kein Beweis für guten Espresso ist. Auch Bohnenmischung, Röstung und die Konstruktion des Vollautomaten beeinflussen ihre Entstehung.
Geschmacklich ist entscheidender, ob der Espresso ausgewogen extrahiert wurde.
Geschmack im Vergleich zu anderen Kaffeevollautomaten
Interessant ist, dass die Magnifica S technisch inzwischen ein vergleichsweise einfacher Kaffeevollautomat ist, beim eigentlichen Kaffee aber weiterhin konkurrenzfähig sein kann.
Modell | Espresso | Einstellungsmöglichkeiten | Milchsystem | Charakter |
|---|---|---|---|---|
De’Longhi Magnifica S | kräftig, klassisch | hoch | manuelle Dampfdüse | Fokus auf Espresso und Kaffee |
De’Longhi Magnifica Start | kräftig, ausgewogen | gut | je nach Variante manuell/automatisch | modernerer Einstieg |
Philips Series 2200 | eher mild bis ausgewogen | gut | je nach Modell | unkomplizierter Allrounder |
De’Longhi Dinamica | kräftig und ausgewogen | sehr gut | je nach Modell automatisch | mehr Komfort und Getränke |
Jura E8 | vollmundig und differenziert | sehr gut | automatisch | Premiumklasse |
Der entscheidende Punkt ist:
Ein höherer Kaufpreis bedeutet nicht automatisch, dass schwarzer Kaffee oder Espresso um ein Vielfaches besser schmeckt.
Bei teureren Kaffeevollautomaten bezahlt man häufig auch für Displays, automatische Milchsysteme, zusätzliche Getränke, Benutzerprofile und höheren Bedienkomfort.
Die Magnifica S konzentriert sich dagegen auf die Grundlagen.
Genau deshalb kann sie beim reinen Espresso erstaunlich gut mit deutlich teureren Geräten mithalten.
Magnifica S oder Siebträger – was schmeckt besser?
Ein guter Siebträger besitzt grundsätzlich das größere geschmackliche Potenzial.
Mit einer hochwertigen Kaffeemühle, frischen Bohnen und korrekt eingestellter Extraktion lassen sich Aromen wesentlich präziser herausarbeiten.
Allerdings erfordert das Erfahrung.
Die Magnifica S übernimmt dagegen Mahlen, Dosieren und Brühen weitgehend automatisch.
Der Vergleich sieht deshalb ungefähr so aus:
Eigenschaft | Magnifica S | Siebträger |
|---|---|---|
Bedienung | sehr einfach | aufwendiger |
Reproduzierbarkeit | hoch | abhängig vom Nutzer |
Einstellmöglichkeiten | gut | sehr hoch |
Maximales Geschmackspotenzial | gut | sehr hoch |
Zubereitungszeit | kurz | länger |
Erfahrung notwendig | gering | mittel bis hoch |
Für Nutzer, die morgens auf einen Knopf drücken und wenige Sekunden später einen guten Espresso trinken möchten, ist die Magnifica S deshalb wesentlich unkomplizierter.
Warum schmeckt die Magnifica S trotz ihres Alters noch so gut?
Die ECAM 22.110.B verfolgt ein relativ simples Konzept.
Sie konzentriert sich auf:
Bohnen mahlen → Kaffee dosieren → Espresso extrahieren.
Viele Funktionen moderner Vollautomaten fehlen. Es gibt weder ein großes Touchdisplay noch zahlreiche automatisch programmierte Spezialitäten oder Benutzerprofile.
Für die Qualität eines Espressos sind diese Funktionen aber nicht entscheidend.
Viel wichtiger sind Mahlgrad, Kaffeemenge, Temperatur, Bohnenqualität und das Verhältnis zwischen Kaffee und Wasser.
Und genau diese grundlegenden Parameter lassen sich bei der Magnifica S ausreichend beeinflussen.
Kann man mit der Magnifica S Kaffee wie im Café zubereiten?
Das hängt stark vom Café ab.
Gegen einen professionell eingestellten Siebträger mit hochwertiger Mühle und erfahrenem Barista wird die Magnifica S geschmacklich normalerweise nicht ankommen.
Gegen durchschnittlichen Kaffee aus Bäckereien, Büros oder einfachen Gastronomie-Vollautomaten kann sie zu Hause mit guten Bohnen allerdings problemlos überzeugen.
Ein großer Vorteil besteht darin, dass man selbst kontrollieren kann, welche Bohnen verwendet werden.
Frisch geröstete Bohnen können geschmacklich einen größeren Unterschied verursachen als der Wechsel zwischen zwei ähnlich aufgebauten Vollautomaten.
So holt man geschmacklich mehr aus der Magnifica S heraus
Wer mit dem Geschmack noch nicht zufrieden ist, sollte nicht sofort über einen neuen Kaffeevollautomaten nachdenken.
Zuerst würden wir folgende Punkte optimieren:
Frische Bohnen verwenden.
Mittel bis dunkel geröstete Bohnen ausprobieren.
Mahlgrad schrittweise feiner einstellen.
Kaffeestärke erhöhen.
Wassermenge reduzieren.
Brühtemperatur erhöhen.
Brühgruppe regelmäßig reinigen.
Maschine regelmäßig entkalken.
Für große Tassen einen Espresso mit heißem Wasser verlängern.
Besonders die Kombination aus weniger Wasser und etwas mehr Kaffee kann den Geschmack deutlich verändern.
Analyse: Wie gut schmeckt Kaffee aus der De’Longhi Magnifica S wirklich?
Die De’Longhi Magnifica S zeigt sehr gut, warum der Preis eines Kaffeevollautomaten nicht direkt auf die Qualität des Kaffees schließen lässt.
Technisch wirkt die ECAM 22.110.B heute ziemlich einfach. Das Bedienfeld ist schlicht, Milch muss manuell aufgeschäumt werden und moderne Komfortfunktionen fehlen weitgehend.
Geschmacklich ist das weniger relevant.
Die entscheidenden Grundlagen für guten Kaffee sind vorhanden: frisch gemahlene Bohnen, ein einstellbares Kegelmahlwerk, regulierbare Kaffeemenge, einstellbare Getränkemenge und eine anpassbare Temperatur.
Ihre größte Stärke ist dabei klar der Espresso.
Wer hauptsächlich Espresso, Americano oder normalen schwarzen Kaffee trinkt und bereit ist, Mahlgrad und Kaffeemenge einmal richtig einzustellen, kann aus der Magnifica S einen erstaunlich aromatischen Kaffee bekommen.
Bei sehr großen Kaffeegetränken verliert sie dagegen etwas von dieser Stärke. Hier würden wir eher einen Espresso zubereiten und anschließend heißes Wasser hinzufügen.
Auch bei sehr hellen und komplexen Specialty-Röstungen gibt es bessere Möglichkeiten. Die Magnifica S fühlt sich geschmacklich besonders bei klassischen italienischen Röstprofilen wohl.
Fazit: Schmeckt Kaffee aus der De’Longhi Magnifica S gut?
Ja. Kaffee aus der De’Longhi Magnifica S kann sehr gut schmecken – insbesondere Espresso gehört zu den Stärken des Vollautomaten.
Mit guten Bohnen und den richtigen Einstellungen erhält man einen kräftigen, aromatischen Kaffee mit schöner Crema. Besonders klassische mittel bis dunkel geröstete Bohnen passen gut zum Charakter der Maschine.
Der größte Fehler besteht darin, einfach die Werkseinstellungen zu übernehmen und sehr große Kaffeemengen durchlaufen zu lassen. Mahlgrad, Kaffeestärke und Wassermenge haben einen erheblichen Einfluss auf das Ergebnis.
Wer diese Einstellungen einmal auf seine Bohnen abstimmt, bekommt aus der Magnifica S eine Kaffeequalität, die sich nicht hinter vielen moderneren und teureren Vollautomaten verstecken muss.
Gerade darin liegt bis heute eine der größten Stärken der De’Longhi Magnifica S: Sie ist technisch einfach, kann aber richtig guten Kaffee zubereiten.




