Der Espresso aus der De’Longhi Magnifica S ist für einen günstigen Kaffeevollautomaten sehr gut. Richtig eingestellt produziert die ECAM 22.110.B einen kräftigen, aromatischen Espresso mit deutlicher Crema und klassischem italienischem Geschmacksprofil. Besonders mittel bis dunkel geröstete Espressobohnen passen gut zur Maschine.
Entscheidend sind allerdings Mahlgrad, Kaffeestärke und Wassermenge. Mit den Werkseinstellungen kann der Espresso vergleichsweise mild ausfallen. Wer den Mahlgrad feiner stellt, die Kaffeestärke erhöht und etwa 25 bis 40 ml Wasser verwendet, kann deutlich mehr Aroma aus der Magnifica S herausholen.
Wie schmeckt Espresso aus der Magnifica S?
Die Magnifica S produziert einen typischen Vollautomaten-Espresso. Er ist kräftig, relativ vollmundig und besitzt bei passenden Bohnen deutliche Röstaromen.
Besonders gut kommen Geschmacksnoten wie:
Schokolade
Kakao
Nuss
Karamell
geröstete Nüsse
klassische Röstaromen
zur Geltung.
Das passt sehr gut zu italienischen Espresso-Röstungen.
Wer dagegen sehr helle Specialty-Coffee-Bohnen verwendet und gezielt fruchtige, florale oder besonders komplexe Geschmacksnoten herausschmecken möchte, stößt mit der Magnifica S schneller an Grenzen.
Wie gut ist die Crema beim Espresso?
Eine Stärke der Magnifica S ist ihre Crema.
Mit frischen Bohnen und richtig eingestelltem Mahlgrad entsteht normalerweise eine deutlich sichtbare, haselnussbraune Cremaschicht auf dem Espresso.
Dabei beeinflusst auch die Bohnenmischung das Ergebnis.
Espressomischungen mit einem gewissen Robusta-Anteil produzieren häufig eine kräftigere und stabilere Crema als reine Arabica-Röstungen.
Eine besonders dicke Crema bedeutet allerdings nicht automatisch, dass der Espresso besser schmeckt. Entscheidend bleibt die Extraktion.
Die besten Einstellungen für Espresso aus der Magnifica S
Eine universell perfekte Einstellung gibt es nicht. Bohnen unterscheiden sich bei Röstgrad, Alter, Herkunft und Zusammensetzung.
Als Ausgangspunkt eignen sich jedoch folgende Einstellungen:
Einstellung | Empfehlung für Espresso |
|---|---|
Mahlgrad | etwa Stufe 3–5 |
Kaffeestärke | mittel bis hoch |
Wassermenge | ca. 25–40 ml |
Temperatur | hoch |
Bohnen | mittel bis dunkel geröstet |
Tasse | kleine, vorgewärmte Espressotasse |
Von hier aus sollte man den Geschmack schrittweise optimieren.
Ist der Espresso zu dünn oder läuft er sehr schnell in die Tasse, kann ein feinerer Mahlgrad helfen.
Schmeckt er dagegen extrem bitter und läuft nur sehr langsam aus dem Kaffeeauslauf, kann der Mahlgrad zu fein eingestellt sein.
Wichtig: Den Mahlgrad bei der Magnifica S nur verstellen, während das Mahlwerk läuft.
Welche Mahlgradstufe ist für Espresso am besten?
Die Magnifica S besitzt ein Kegelmahlwerk mit 13 Mahlgradeinstellungen.
Für Espresso würden wir nicht einfach die feinste Stufe auswählen. Vielmehr sollte man sich langsam an den passenden Mahlgrad herantasten.
Ein Bereich um Stufe 3 bis 5 ist für viele Espressoröstungen ein sinnvoller Ausgangspunkt.
Dabei gilt grundsätzlich:
Feinerer Mahlgrad = langsamere Extraktion und tendenziell intensiverer Geschmack
Gröberer Mahlgrad = schnellere Extraktion und tendenziell leichterer Geschmack
Nach einer Veränderung des Mahlgrades sollte man mehrere Bezüge abwarten, bevor man das Ergebnis endgültig beurteilt.
Wie viel Espresso sollte man einstellen?
Die Getränkemenge hat einen enormen Einfluss auf den Geschmack.
Wer einen kräftigen Espresso möchte, sollte nicht zu viel Wasser durch das Kaffeemehl laufen lassen.
Etwa 25 bis 40 ml pro Espresso sind ein sinnvoller Bereich.
Wird die Getränkemenge deutlich erhöht, bekommt man zwar mehr Kaffee in die Tasse, der Geschmack wird dadurch aber nicht automatisch besser.
Im Gegenteil: Der Espresso kann zunehmend dünn oder bitter werden.
Wer mehr Getränkemenge möchte, kann einen Espresso zubereiten und anschließend heißes Wasser hinzufügen. Damit erhält man einen Americano, ohne den Espresso unnötig lange zu extrahieren.
Warum schmeckt mein Espresso aus der Magnifica S zu dünn?
Ein dünner Espresso gehört zu den häufigsten Problemen bei Kaffeevollautomaten.
Bei der Magnifica S kommen dafür mehrere Ursachen infrage:
Mahlgrad zu grob
Kaffeestärke zu niedrig
zu viel Wasser
alte Kaffeebohnen
ungeeignete Röstung
Maschine noch nicht ausreichend aufgeheizt
verschmutzte Brühgruppe
Als ersten Schritt würden wir die Getränkemenge reduzieren und die Kaffeestärke erhöhen.
Ist der Espresso anschließend noch immer zu dünn, kann der Mahlgrad schrittweise feiner eingestellt werden.
Warum schmeckt der Espresso bitter?
Etwas Bitterkeit gehört zu vielen klassischen Espressoröstungen. Schmeckt der Espresso allerdings unangenehm bitter oder verbrannt, sollte man die Einstellungen überprüfen.
Ein möglicher Grund ist eine zu starke Extraktion.
Auch sehr dunkle Bohnen können schnell dominante Bitter- und Röstaromen entwickeln.
In diesem Fall kann man beispielsweise:
Mahlgrad etwas gröber einstellen
Getränkemenge überprüfen
Temperatur reduzieren
andere Bohnen ausprobieren
Nicht jedes geschmackliche Problem lässt sich über den Vollautomaten lösen. Die Bohnen haben mindestens genauso großen Einfluss auf das Ergebnis.
Warum schmeckt der Espresso sauer?
Säure ist grundsätzlich Bestandteil von Kaffee. Ein unangenehm saurer Espresso kann allerdings auf eine zu geringe Extraktion hindeuten.
Das kann beispielsweise passieren, wenn das Wasser zu schnell durch das Kaffeemehl läuft.
Ein etwas feinerer Mahlgrad kann dann helfen.
Auch die Röstung spielt eine große Rolle. Helle Röstungen besitzen häufig eine deutlich ausgeprägtere Säure als klassische dunklere Espressoröstungen.
Wer einen klassischen, wenig säurebetonten Espresso aus der Magnifica S möchte, sollte deshalb eher mittel bis dunkel geröstete Bohnen ausprobieren.
Welche Bohnen eignen sich für Espresso aus der Magnifica S?
Die Magnifica S kommt besonders gut mit klassischen Espressoröstungen zurecht.
Dabei kann sowohl 100 % Arabica als auch eine Arabica-Robusta-Mischung funktionieren.
Bohnen | Typischer Geschmack | Für Magnifica S |
|---|---|---|
100 % Arabica | milder, aromatischer | sehr gut |
Arabica/Robusta | kräftiger, mehr Körper | sehr gut |
Mittlere Röstung | ausgewogen | sehr gut |
Dunkle Espressoröstung | kräftig, wenig Säure | sehr gut |
Sehr helle Röstung | fruchtig, säurebetont | eher anspruchsvoll |
Wer einen kräftigen Espresso mit viel Körper und Crema möchte, kann beispielsweise eine klassische italienische Arabica-Robusta-Mischung ausprobieren.
Wer einen weicheren Espresso bevorzugt, kann zu einer hochwertigen Arabica-Röstung greifen.
Magnifica S Espresso vs. Siebträger
Ein interessanter Vergleich ist der mit einem klassischen Siebträger.
Hier muss man zwischen Komfort und maximal möglicher Espressoqualität unterscheiden.
Eigenschaft | Magnifica S | Siebträger |
|---|---|---|
Zubereitung | automatisch | manuell |
Aufwand | sehr gering | deutlich höher |
Mahlgrad einstellen | 13 Stufen | abhängig von Mühle |
Reproduzierbarkeit | hoch | abhängig vom Nutzer |
Geschmackspotenzial | gut | sehr hoch |
Kontrolle über Extraktion | begrenzt | sehr hoch |
Erfahrung erforderlich | gering | deutlich höher |
Ein gut eingestellter Siebträger mit hochwertiger Espressomühle kann einen deutlich differenzierteren Espresso produzieren.
Dafür müssen Mahlgrad, Kaffeemenge, Verteilung, Tampen, Temperatur und Extraktionszeit aufeinander abgestimmt werden.
Die Magnifica S erledigt den größten Teil davon automatisch.
Genau das ist ihr Vorteil.
Wie schlägt sich der Espresso gegen andere Vollautomaten?
Die Magnifica S ist inzwischen ein sehr einfacher Vollautomat. Beim Espresso muss das aber kein großer Nachteil sein.
Modell | Espresso-Charakter | Bedienkomfort | Schwerpunkt |
|---|---|---|---|
De’Longhi Magnifica S | kräftig, klassisch | einfach | Espresso & Kaffee |
De’Longhi Magnifica Start | kräftig, ausgewogen | höher | moderner Einstieg |
Philips Series 2200 | eher mild | hoch | Allrounder |
De’Longhi Dinamica | kräftig, ausgewogen | sehr hoch | Kaffee & Milchgetränke |
Jura E8 | differenziert, vollmundig | sehr hoch | Premium-Vollautomat |
Gerade wenn hauptsächlich Espresso getrunken wird, relativiert sich der Preisunterschied zu vielen teureren Geräten.
Denn Touchdisplay, Benutzerprofile und zahlreiche Getränkerezepte machen den Espresso allein nicht automatisch besser.
Kann die Magnifica S echten Espresso zubereiten?
Hier kommt es darauf an, was man unter „echtem Espresso“ versteht.
Die Magnifica S bereitet einen kurzen, konzentrierten Kaffee nach dem Prinzip eines Kaffeevollautomaten zu. Geschmacklich kann das Ergebnis einem klassischen Espresso sehr nahekommen.
Die Extraktion unterscheidet sich jedoch von einem professionellen Siebträger.
Deshalb sollte man einen Vollautomaten-Espresso nicht vollständig mit einem Espresso aus einer professionellen Espressomaschine gleichsetzen.
Für den Alltag ist dieser Unterschied für viele Nutzer jedoch weniger wichtig als die Frage, wie der Espresso tatsächlich schmeckt.
Und hier kann die Magnifica S überzeugen.
So verbessert man den Espresso aus der Magnifica S
Wer das Maximum aus der Maschine herausholen möchte, sollte vor allem diese Punkte beachten:
Frische Espressobohnen verwenden.
Mittel bis dunkel geröstete Bohnen ausprobieren.
Getränkemenge auf etwa 25–40 ml einstellen.
Kaffeestärke erhöhen.
Mahlgrad schrittweise optimieren.
Espressotasse vorwärmen.
Brühgruppe regelmäßig reinigen.
Kaffeeauslauf sauber halten.
Maschine regelmäßig entkalken.
Immer nur eine Einstellung gleichzeitig verändern.
Der letzte Punkt ist besonders wichtig.
Wer gleichzeitig Bohnen, Mahlgrad, Temperatur und Getränkemenge verändert, weiß anschließend nicht, welche Änderung den Espresso tatsächlich verbessert hat.
Analyse: Wo liegen die Stärken und Schwächen des Magnifica-S-Espressos?
Die Stärke der De’Longhi Magnifica S liegt nicht darin, einen professionellen Siebträger zu ersetzen.
Ihre Stärke liegt darin, mit sehr wenig Aufwand einen konstant guten Espresso zuzubereiten.
Besonders klassische Espressoröstungen passen zum Charakter der Maschine. Dunklere Bohnen mit Schokoladen-, Nuss- und Röstaromen funktionieren häufig besser als sehr helle Specialty-Röstungen.
Gleichzeitig bietet die Magnifica S genügend Einstellmöglichkeiten, um den Geschmack spürbar zu verändern. Vor allem Mahlgrad, Kaffeestärke und Getränkemenge machen einen großen Unterschied.
Genau deshalb sollte man die Espressoqualität nicht ausschließlich anhand der Werkseinstellungen beurteilen.
Wer die Maschine richtig einstellt, kann geschmacklich deutlich mehr herausholen.
Die Grenzen zeigen sich vor allem bei sehr komplexen Bohnen. Ein hochwertiger Siebträger mit einer guten Mühle bietet erheblich mehr Kontrolle über die Extraktion und kann einzelne Aromen differenzierter herausarbeiten.
Für einen Kaffeevollautomaten dieser Klasse liefert die Magnifica S jedoch einen überzeugenden Espresso.
Fazit: Wie gut ist der Espresso aus der De’Longhi Magnifica S?
Der Espresso gehört zu den größten Stärken der De’Longhi Magnifica S. Mit frischen Bohnen und einer passenden Einstellung gelingt ein kräftiger, aromatischer Espresso mit schöner Crema und klassischem Geschmacksprofil.
Besonders gut funktioniert die Maschine mit mittel bis dunkel gerösteten Espressobohnen. Mahlgrad, Kaffeestärke und Wassermenge sollten dabei aufeinander abgestimmt werden.
An einen perfekt eingestellten Siebträger kommt die Magnifica S geschmacklich nicht heran. Das ist angesichts des völlig anderen Bedienkonzepts allerdings auch nicht ihr Anspruch.
Wer einen unkomplizierten Vollautomaten sucht und hauptsächlich Espresso, Kaffee oder Americano trinkt, bekommt mit der Magnifica S eine Maschine, deren Espressoqualität auch heute noch eine ihrer wichtigsten Stärken ist.




