Kaffeekonzentrat lässt sich mit der AeroPress schnell und unkompliziert selber machen. Anders als bei Cold-Brew-Konzentrat, das mehrere Stunden extrahiert, entsteht mit der AeroPress innerhalb weniger Minuten eine kräftige, heiß extrahierte Kaffeebasis.
Ein gutes Grundrezept sind beispielsweise 30 g Kaffee auf 100 ml Wasser. Nach einer kurzen Extraktion wird der Kaffee durch den Filter gepresst. Das Ergebnis kann anschließend direkt verwendet oder mit Wasser, Milch beziehungsweise Pflanzendrink verdünnt werden.
Die AeroPress eignet sich damit besonders für alle, die nur eine oder zwei Portionen Kaffeekonzentrat benötigen und nicht erst 12 bis 18 Stunden auf einen Cold-Brew-Ansatz warten möchten.
Kann man mit der AeroPress wirklich Kaffeekonzentrat herstellen?
Ja. Allerdings sollte zwischen einem Kaffeekonzentrat und Espresso unterschieden werden.
Mit der AeroPress lässt sich eine sehr kräftige Kaffeebasis herstellen. Sie verwendet jedoch nicht den hohen Druck einer Espressomaschine und produziert deshalb keinen klassischen Espresso.
Für Getränke wie Iced Coffee, Iced Latte oder Milchkaffee spielt das häufig keine große Rolle. Hier wird in erster Linie eine intensive Kaffeebasis benötigt, die auch nach Zugabe von Wasser, Milch und Eis noch deutlich nach Kaffee schmeckt.
Genau dafür eignet sich die AeroPress sehr gut.
Das einfache AeroPress-Kaffeekonzentrat
Für den Einstieg empfiehlt sich ein relativ kräftiges Rezept:
Zutat | Menge |
|---|---|
Kaffee | 30 g |
Wasser | 100 ml |
Wassertemperatur | ca. 90–95 °C |
Mahlgrad | mittel-fein |
Extraktionszeit | ca. 1:30–2:00 Minuten |
Ergebnis | kräftige Kaffeebasis |
Das Verhältnis beträgt ungefähr 1:3,3.
Zum Vergleich: Normaler Filterkaffee wird mit wesentlich mehr Wasser pro Gramm Kaffee zubereitet. Das AeroPress-Rezept erzeugt bewusst eine deutlich konzentriertere Basis.
Kaffeekonzentrat mit der AeroPress: Schritt-für-Schritt-Anleitung
Zunächst werden etwa 30 g Kaffeebohnen mittel-fein gemahlen. Der Mahlgrad darf feiner als für klassischen Filterkaffee sein, sollte aber nicht extrem fein wie Espressopulver ausfallen.
Anschließend wird ein Papierfilter in die AeroPress eingesetzt und kurz mit Wasser gespült.
Die AeroPress wird auf eine stabile Tasse oder ein geeignetes Gefäß gestellt und der gemahlene Kaffee eingefüllt.
Nun werden etwa 100 ml heißes Wasser hinzugegeben. Eine Temperatur von ungefähr 90 bis 95 °C ist für den Einstieg gut geeignet.
Der Kaffee wird kurz umgerührt, sodass das gesamte Kaffeemehl gleichmäßig benetzt ist.
Nach ungefähr 1:30 bis 2 Minuten wird der Kolben langsam heruntergedrückt.
Das Ergebnis ist eine kleine Menge sehr kräftigen Kaffees, die direkt als Konzentrat verwendet werden kann.
Welches Verhältnis eignet sich für AeroPress-Konzentrat?
Es gibt kein vorgeschriebenes Verhältnis. Je nachdem, wie intensiv die Kaffeebasis werden soll, kann mit unterschiedlichen Rezepten gearbeitet werden.
Kaffee | Wasser | Verhältnis | Charakter |
|---|---|---|---|
20 g | 100 ml | 1:5 | relativ mild |
25 g | 100 ml | 1:4 | kräftig |
30 g | 100 ml | 1:3,3 | sehr kräftig |
30 g | 120 ml | 1:4 | ausgewogen |
30 g | 150 ml | 1:5 | milder |
Für Milchgetränke und Iced Coffee ist 30 g Kaffee auf etwa 100 bis 120 ml Wasser ein guter Ausgangspunkt.
Wer das Konzentrat hauptsächlich schwarz trinken möchte, kann etwas mehr Wasser bei der Extraktion verwenden.
Wie viel Kaffeekonzentrat kommt tatsächlich heraus?
Wer 100 ml Wasser in die AeroPress gibt, erhält nicht exakt 100 ml fertigen Kaffee.
Ein Teil des Wassers verbleibt im Kaffeemehl.
Die tatsächliche Ausbeute ist deshalb geringer als die eingesetzte Wassermenge.
Das ist bei praktisch allen Kaffeezubereitungen der Fall und sollte insbesondere berücksichtigt werden, wenn mehrere Portionen vorbereitet werden sollen.
Welcher Mahlgrad ist richtig?
Für AeroPress-Kaffeekonzentrat eignet sich ein mittel-feiner Mahlgrad als Ausgangspunkt.
Ist der Kaffee zu grob gemahlen, kann die kurze Extraktionszeit zu einem dünnen oder säuerlich wirkenden Ergebnis führen.
Ein sehr feiner Mahlgrad erhöht dagegen den Widerstand beim Pressen und kann die Extraktion deutlich verstärken.
Der Mahlgrad sollte deshalb gemeinsam mit Extraktionszeit und Wassermenge angepasst werden.
Als Grundregel gilt:
Zu dünn und sauer → etwas feiner mahlen oder länger extrahieren.
Zu bitter und trocken → etwas gröber mahlen oder kürzer extrahieren.
Welche Bohnen eignen sich?
Grundsätzlich kann fast jeder Kaffee verwendet werden.
Für ein universelles Kaffeekonzentrat sind mittlere Röstungen besonders unkompliziert. Sie funktionieren sowohl schwarz als auch in Verbindung mit Milch oder Pflanzendrinks.
Für Iced Latte und andere Milchgetränke eignen sich häufig Kaffees mit schokoladigen, nussigen oder karamelligen Geschmacksprofilen.
Röstung | Typischer Einsatz |
|---|---|
hell | fruchtiger schwarzer Kaffee |
mittel | universell |
mittel-dunkel | Iced Latte und Milchkaffee |
dunkel | kräftige Milchgetränke |
Eine dunklere Röstung ist jedoch nicht automatisch stärker im Sinne des Koffeingehalts. Röstgrad, Geschmacksintensität und Koffeinmenge sollten getrennt betrachtet werden.
Arabica oder Robusta?
Auch eine Mischung aus Arabica und Robusta kann für AeroPress-Konzentrat interessant sein.
Arabica wird häufig mit komplexeren, süßlichen oder fruchtigen Aromen verbunden. Robusta kann dem Getränk einen kräftigeren Charakter verleihen und enthält typischerweise mehr Koffein als Arabica.
Für einen kräftigen Iced Latte kann beispielsweise eine Espresso-Mischung gut funktionieren.
Wer ein milderes Konzentrat bevorzugt, kann mit einem reinen Arabica beginnen.
Welche Wassertemperatur ist ideal?
Ein guter Ausgangspunkt sind ungefähr 90 bis 95 °C.
Das Wasser muss also nicht zwingend sprudelnd kochend auf den Kaffee gegeben werden.
Die optimale Temperatur hängt allerdings von Kaffee und Röstung ab.
Helle Röstungen können von einer höheren Temperatur profitieren. Bei dunkleren Röstungen kann eine etwas niedrigere Temperatur helfen, sehr intensive Bitter- und Röstaromen zu begrenzen.
Für den Einstieg ist eine Temperatur um 92 bis 94 °C unkompliziert.
Wie lange sollte AeroPress-Konzentrat ziehen?
Für das Grundrezept reichen ungefähr 1:30 bis 2 Minuten.
Eine längere Zeit bedeutet nicht automatisch besseren oder stärkeren Kaffee.
Mahlgrad, Temperatur, Kaffeemenge und Extraktionszeit wirken zusammen.
Wer ein intensiveres Ergebnis möchte, sollte deshalb nicht einfach die Extraktionszeit immer weiter verlängern.
Oft ist eine leichte Anpassung des Mahlgrads oder des Kaffee-Wasser-Verhältnisses sinnvoller.
Muss man kräftig auf die AeroPress drücken?
Nein.
Der Kolben sollte langsam und kontrolliert heruntergedrückt werden.
Extrem hoher Kraftaufwand ist kein Qualitätsmerkmal.
Ist das Pressen außergewöhnlich schwer, kann beispielsweise der Mahlgrad zu fein sein oder der Filter durch sehr feine Kaffeepartikel stärker blockiert werden.
Die AeroPress sollte während des Pressens auf einer stabilen Tasse beziehungsweise einem geeigneten Gefäß stehen.
Papierfilter oder Metallfilter?
Beides ist möglich, das Ergebnis unterscheidet sich allerdings.
Ein Papierfilter hält viele feine Partikel und Kaffeeöle zurück. Dadurch entsteht ein vergleichsweise klares Getränk.
Ein Metallfilter lässt mehr Öle und feine Bestandteile passieren und kann dadurch für ein körperreicheres Mundgefühl sorgen.
Für einen klaren Iced Coffee ist ein Papierfilter sehr gut geeignet.
Wer eine kräftigere, vollere Kaffeebasis für Milchgetränke bevorzugt, kann einen geeigneten Metallfilter ausprobieren.
Kann man zwei Papierfilter verwenden?
Manche AeroPress-Rezepte verwenden zwei Papierfilter, um ein besonders klares Ergebnis zu erhalten.
Notwendig ist das für Kaffeekonzentrat nicht.
Ein einzelner Papierfilter reicht für ein klassisches Rezept normalerweise aus.
Ein zweiter Filter kann den Widerstand erhöhen und das Getränk zusätzlich filtern, macht das Konzentrat aber nicht automatisch besser.
Normale oder invertierte AeroPress-Methode?
Beide Varianten können funktionieren.
Bei der normalen Methode steht die AeroPress direkt auf der Tasse. Das Wasser kann dabei bereits während der Extraktion langsam durch den Filter laufen.
Bei der invertierten Methode wird die AeroPress zunächst umgedreht verwendet, wodurch der Kaffee während der Ziehzeit vollständig im Brühraum bleibt.
Für ein konzentriertes Rezept kann die invertierte Methode interessant sein, weil die Kontaktzeit leichter kontrollierbar ist.
Sie ist allerdings nicht zwingend erforderlich. Mit der normalen Methode lässt sich ebenfalls ein kräftiges Konzentrat herstellen.
Wer die invertierte Methode verwendet, sollte besonders auf einen stabilen und sicheren Umgang mit dem heißen Wasser achten.
AeroPress-Konzentrat mit der normalen Methode
Ein unkompliziertes Rezept:
30 g Kaffee
100 ml Wasser
ca. 92–94 °C
mittel-feiner Mahlgrad
ca. 1:30 Minuten Extraktion
Danach wird langsam gepresst.
Das fertige Konzentrat kann unmittelbar verwendet werden.
Wie verdünnt man AeroPress-Konzentrat?
Das hängt vom Rezept und persönlichen Geschmack ab.
Anders als bei kommerziellen Konzentraten gibt es keine festgelegte Dosierung.
Für schwarzen Kaffee kann beispielsweise mit einem Verhältnis von ungefähr:
1 Teil AeroPress-Konzentrat + 1 bis 2 Teile Wasser
begonnen werden.
Ist das Getränk zu stark, wird mehr Wasser hinzugefügt.
Ist es zu mild, wird beim nächsten Mal weniger verdünnt.
Heißer Kaffee aus AeroPress-Konzentrat
Eine schnelle Möglichkeit ist:
60 ml AeroPress-Konzentrat + 120 ml heißes Wasser.
Damit entsteht ein Kaffee mit insgesamt etwa 180 ml.
Geschmacklich erinnert die Methode an das Prinzip eines Americano, sollte aber nicht mit einem klassischen Americano aus echtem Espresso gleichgesetzt werden.
Die AeroPress erzeugt keinen Espresso im technischen Sinne.
Iced Coffee mit AeroPress-Konzentrat
Für kalte Getränke spielt die AeroPress ihre Stärke besonders gut aus.
Ein einfaches Rezept:
Zutat | Menge |
|---|---|
AeroPress-Konzentrat | 60 ml |
kaltes Wasser | 120–150 ml |
Eis | reichlich |
Das Konzentrat wird direkt über Eis gegeben und anschließend mit kaltem Wasser verdünnt.
Da das Eis ebenfalls schmilzt, sollte der Kaffee zunächst etwas kräftiger angesetzt werden.
Iced Latte mit AeroPress-Konzentrat
Für einen kräftigen Iced Latte eignen sich beispielsweise:
60 ml AeroPress-Konzentrat + 180 ml kalte Milch + Eis.
Alternativ funktioniert das Rezept mit Hafer-, Soja- oder einem anderen Pflanzendrink.
Das Verhältnis von etwa 1:3 zwischen Kaffeebasis und Milch ist ein guter Ausgangspunkt.
Wer einen deutlicheren Kaffeegeschmack möchte, kann weniger Milch verwenden.
Warum eignet sich AeroPress-Konzentrat so gut für Milch?
Milch beziehungsweise Pflanzendrink reduziert die wahrgenommene Intensität des Kaffees.
Normaler Filterkaffee kann deshalb in einem großen Milchgetränk schnell untergehen.
Eine konzentrierte AeroPress-Basis bleibt geschmacklich wesentlich präsenter.
Das ist insbesondere bei Iced Latte interessant, weil zusätzlich schmelzendes Eis das Getränk verdünnt.
AeroPress-Konzentrat mit Hafermilch
Ein einfaches Rezept besteht aus:
60 ml AeroPress-Konzentrat
180 ml Haferdrink
Eiswürfeln.
Wer einen cremigeren Iced Latte bevorzugt, kann einen Barista-Haferdrink verwenden.
Geschmacklich passen insbesondere schokoladige und nussige Kaffees sehr gut zu Haferdrink.
Protein Iced Coffee mit AeroPress
Auch Protein Coffee lässt sich mit der AeroPress zubereiten.
Beispielsweise:
50–60 ml AeroPress-Konzentrat + 250 ml Proteinshake + Eis.
Proteinshake und gegebenenfalls Proteinpulver sollten zunächst vollständig vermischt werden.
Danach wird die Kaffeebasis hinzugegeben.
So lässt sich ein kräftiger Kaffeegeschmack erreichen, ohne große Mengen normalen Filterkaffee verwenden zu müssen.
Espresso Tonic mit AeroPress-Konzentrat
Die AeroPress kann auch als Basis für einen Coffee Tonic verwendet werden.
Ein mögliches Verhältnis:
50 ml AeroPress-Konzentrat + 150 ml Tonic Water + Eis.
Zuerst kommen Eis und Tonic Water ins Glas. Anschließend wird das Kaffeekonzentrat langsam hinzugegeben.
Technisch handelt es sich allerdings nicht um einen klassischen Espresso Tonic, da die Kaffeebasis nicht mit einer Espressomaschine extrahiert wurde.
Die Bezeichnung Coffee Tonic mit AeroPress ist daher präziser.
Kann man Eiskaffee mit AeroPress-Konzentrat machen?
Ja.
Für einen klassischen Eiskaffee kann beispielsweise folgende Kombination verwendet werden:
60 ml AeroPress-Konzentrat + 150–180 ml Milch + zwei Kugeln Vanilleeis.
Da das Vanilleeis und die Milch den Kaffee geschmacklich deutlich abmildern, ist eine kräftige AeroPress-Basis hier besonders praktisch.
Das Konzentrat sollte vor der Verwendung abgekühlt werden, wenn ein möglichst kaltes Getränk gewünscht ist.
AeroPress-Konzentrat direkt über Eis pressen
Eine besonders schnelle Methode besteht darin, den konzentrierten Kaffee direkt auf Eis zu pressen.
Dadurch wird der heiße Kaffee unmittelbar heruntergekühlt.
Allerdings schmilzt dabei ein Teil des Eises.
Die Schmelzwassermenge muss deshalb als Bestandteil der späteren Verdünnung betrachtet werden.
Wer beispielsweise 60 ml kräftigen Kaffee auf eine größere Menge Eis presst, benötigt anschließend möglicherweise deutlich weniger zusätzliches Wasser.
Ist AeroPress-Konzentrat Cold Brew?
Nein.
Das ist ein wichtiger Unterschied.
AeroPress-Konzentrat wird normalerweise innerhalb weniger Minuten mit heißem Wasser extrahiert.
Cold Brew wird dagegen über einen deutlich längeren Zeitraum mit nicht heißem Wasser hergestellt.
Merkmal | AeroPress-Konzentrat | Cold-Brew-Konzentrat |
|---|---|---|
Extraktion | heiß | kalt |
Dauer | wenige Minuten | mehrere Stunden |
typisches Rezept | ca. 30 g / 100 ml | z. B. 100 g / 500 ml |
Zubereitung | AeroPress | Gefäß/French Press |
sofort verfügbar | ja | nein |
Geschmacksprofil | eher heiß extrahiert | typisches Cold-Brew-Profil |
Beides sind konzentrierte Kaffeebasen, aber die Extraktionsmethoden unterscheiden sich deutlich.
AeroPress-Konzentrat oder Cold Brew – was ist besser?
Das hängt vom Einsatzzweck ab.
Wer morgens spontan einen Iced Latte zubereiten möchte, muss mit der AeroPress nur wenige Minuten einplanen.
Cold Brew muss dagegen im Voraus vorbereitet werden.
Dafür eignet sich Cold-Brew-Konzentrat sehr gut für größere Mengen.
Die AeroPress ist vor allem für kleine, frische Portionen praktisch.
Cold Brew eignet sich besser für Batch-Zubereitung.
AeroPress-Konzentrat oder Espresso?
Auch diese beiden Methoden sollten nicht gleichgesetzt werden.
Eine Espressomaschine presst heißes Wasser unter hohem Druck durch einen fein gemahlenen, verdichteten Kaffeepuck.
Die AeroPress arbeitet mit wesentlich geringerem Druck.
Dadurch entstehen unterschiedliche Getränke.
AeroPress-Konzentrat kann Espresso in vielen Rezepten praktisch ersetzen, ist technisch aber kein Espresso.
Besonders für Milchgetränke, Iced Coffee und Coffee Tonic kann die AeroPress trotzdem eine sehr gute Alternative sein, wenn keine Espressomaschine vorhanden ist.
Kann man mit der AeroPress Crema erzeugen?
Eine typische stabile Espresso-Crema wie bei einer Espressomaschine sollte nicht erwartet werden.
Die Extraktionsbedingungen sind dafür zu unterschiedlich.
Das ist kein Qualitätsmangel.
Für ein Kaffeekonzentrat sind intensive Aromen und ein passendes Kaffee-Wasser-Verhältnis wesentlich wichtiger als eine Crema.
Ist AeroPress-Konzentrat stärker als Espresso?
Geschmacklich kann AeroPress-Konzentrat sehr kräftig sein.
Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass es konzentrierter als Espresso ist.
Klassischer Espresso besitzt aufgrund seines sehr niedrigen Verhältnisses zwischen Getränkemenge und eingesetztem Kaffee eine hohe Konzentration gelöster Kaffeebestandteile.
AeroPress-Konzentrat liegt je nach Rezept zwischen sehr kräftigem Filterkaffee und einer espressoähnlichen Kaffeebasis.
Die genaue Einordnung hängt vom Rezept ab.
Hat AeroPress-Konzentrat viel Koffein?
Das kann der Fall sein.
Bei einem konzentrierten Rezept wird relativ viel Kaffee für eine kleine Getränkemenge verwendet.
Wie viel Koffein tatsächlich extrahiert wird, lässt sich aus der Kaffeemenge allein jedoch nicht exakt bestimmen.
Bohnensorte, Kaffeemenge, Mahlgrad, Temperatur und Extraktion spielen eine Rolle.
Wichtig ist außerdem:
Das Verdünnen mit Wasser reduziert nicht die absolute Koffeinmenge.
Enthält eine Portion AeroPress-Konzentrat eine bestimmte Menge Koffein, bleibt diese nach Zugabe von Wasser oder Milch im gesamten Getränk erhalten.
Kann man entkoffeiniertes AeroPress-Konzentrat machen?
Ja.
Dafür wird das gleiche Rezept einfach mit entkoffeiniertem Kaffee zubereitet.
Beispielsweise:
30 g entkoffeinierter Kaffee + 100 ml Wasser.
Mahlgrad und Extraktionszeit können anschließend geschmacklich angepasst werden.
Das ist besonders praktisch für Iced Coffee oder Milchkaffee am Nachmittag und Abend.
Entkoffeinierter Kaffee kann allerdings noch geringe Restmengen Koffein enthalten.
Kann man AeroPress-Konzentrat ohne Zucker machen?
Ja.
Das Grundrezept benötigt ausschließlich:
Kaffee + Wasser.
Zucker ist für die Extraktion nicht erforderlich.
Wer später einen süßen Iced Latte oder Eiskaffee zubereiten möchte, kann die einzelne Portion nach Geschmack süßen.
Das hat den Vorteil, dass das Konzentrat selbst universell verwendbar bleibt.
Ist AeroPress-Kaffeekonzentrat vegan?
Reines AeroPress-Konzentrat aus Kaffee und Wasser ist vegan.
Erst die später hinzugefügten Zutaten bestimmen, ob auch das fertige Getränk vegan bleibt.
Mit Wasser ist die Sache eindeutig.
Für einen veganen Iced Latte kann beispielsweise ein geeigneter Hafer- oder Sojadrink verwendet werden.
Wie viel AeroPress-Konzentrat braucht man pro Tasse?
Für ein Getränk mit ungefähr 200 bis 250 ml Gesamtvolumen sind 50 bis 70 ml einer kräftigen AeroPress-Basis ein sinnvoller Ausgangspunkt.
Beispielsweise:
Getränk | Konzentrat | Weitere Flüssigkeit |
|---|---|---|
schwarzer Kaffee | 60 ml | 120–160 ml Wasser |
Iced Coffee | 60 ml | 120–150 ml Wasser + Eis |
Iced Latte | 60 ml | 180 ml Milch |
Hafer Iced Latte | 60 ml | 180 ml Haferdrink |
Coffee Tonic | 50 ml | 150 ml Tonic |
Protein Coffee | 50 ml | 200–250 ml Proteinshake |
Die optimale Dosierung hängt von der Stärke des selbst hergestellten Konzentrats ab.
Kann man größere Mengen vorbereiten?
Grundsätzlich ja, die AeroPress ist allerdings eher für kleinere Mengen konzipiert.
Wer beispielsweise einen großen Vorrat von 500 ml oder einem Liter Kaffeekonzentrat herstellen möchte, müsste mehrere Brühvorgänge durchführen.
Dafür ist Cold Brew meist praktischer.
Die Stärke der AeroPress liegt darin, frisches Konzentrat portionsweise innerhalb weniger Minuten herzustellen.
Für ein oder zwei Getränke ist das ausgesprochen effizient.
Wie bewahrt man AeroPress-Konzentrat auf?
Am besten schmeckt die heiß extrahierte AeroPress-Basis frisch.
Soll sie für später vorbereitet werden, sollte sie nach der Zubereitung zeitnah abgekühlt, in ein sauberes verschlossenes Gefäß gefüllt und im Kühlschrank gelagert werden.
Für größere Vorräte ist die AeroPress ohnehin weniger sinnvoll.
Wer mehrere Tage im Voraus planen möchte, kann kleinere Chargen herstellen oder auf eine für Batch-Zubereitung geeignetere Methode wie Cold Brew zurückgreifen.
Kann man AeroPress-Konzentrat einfrieren?
Ja.
Übrig gebliebenes Konzentrat kann portionsweise eingefroren und beispielsweise für Iced Coffee verwendet werden.
Kaffee-Eiswürfel haben zusätzlich den Vorteil, dass sie ein kaltes Kaffeegetränk beim Schmelzen nicht mit normalem Wasser verdünnen.
Für den regelmäßigen Gebrauch ist es dennoch meist einfacher, mit der AeroPress eine frische Portion zuzubereiten.
Warum schmeckt mein AeroPress-Konzentrat zu sauer?
Ein unangenehm saures oder dünnes Ergebnis kann auf eine zu geringe Extraktion hindeuten.
Mögliche Ursachen sind ein zu grober Mahlgrad, eine sehr kurze Kontaktzeit oder eine für den verwendeten Kaffee zu niedrige Wassertemperatur.
Statt alle Parameter gleichzeitig zu verändern, sollte zunächst nur eine Variable angepasst werden.
Beispielsweise kann der Kaffee beim nächsten Versuch etwas feiner gemahlen werden.
Bleibt das Ergebnis zu dünn, kann anschließend die Extraktionszeit leicht erhöht werden.
Warum schmeckt das Konzentrat zu bitter?
Auch hier können mehrere Faktoren verantwortlich sein.
Ein sehr feiner Mahlgrad, eine lange Extraktion oder eine stark geröstete Bohne können einen intensiveren bitteren Eindruck erzeugen.
Zunächst kann versucht werden, etwas gröber zu mahlen.
Alternativ lässt sich die Kontaktzeit reduzieren.
Schmeckt das Konzentrat nur pur zu intensiv, nach der Verdünnung aber ausgewogen, besteht dagegen kein grundsätzliches Problem.
Ein Konzentrat soll schließlich stärker schmecken als das fertige Getränk.
Warum lässt sich die AeroPress schwer herunterdrücken?
Übermäßig hoher Widerstand ist häufig ein Hinweis auf einen sehr feinen Mahlgrad.
Der Kolben sollte langsam und kontrolliert bewegt werden können.
Starker Druck ist nicht notwendig und sollte nicht erzwungen werden.
Beim nächsten Brühvorgang kann der Mahlgrad etwas gröber eingestellt werden.
Warum schmeckt das Konzentrat zu dünn?
Ist das Ergebnis trotz hoher Kaffeemenge wässrig, kann der Kaffee zu grob gemahlen oder die Extraktionszeit zu kurz gewesen sein.
Auch die Wassertemperatur kann eine Rolle spielen.
Für den nächsten Versuch kann der Mahlgrad leicht feiner gewählt werden.
Das Ziel ist nicht, möglichst viele Gramm Kaffee einzusetzen, sondern eine ausgewogene Extraktion bei hoher Konzentration zu erreichen.
Die wichtigsten Stellschrauben
Für ein gutes AeroPress-Konzentrat wirken mehrere Faktoren zusammen:
Parameter | Wenn stärker gewünscht | Wenn milder gewünscht |
|---|---|---|
Kaffeemenge | erhöhen | reduzieren |
Wassermenge | reduzieren | erhöhen |
Mahlgrad | tendenziell feiner | tendenziell gröber |
Extraktionszeit | etwas verlängern | etwas verkürzen |
Verdünnung danach | weniger | mehr |
Am besten wird immer nur ein Parameter gleichzeitig verändert.
Dadurch lässt sich nachvollziehen, welche Änderung tatsächlich für einen besseren Geschmack gesorgt hat.
Das beste Grundrezept für Einsteiger
Wer zum ersten Mal Kaffeekonzentrat mit der AeroPress zubereitet, kann mit folgendem Rezept beginnen:
30 g mittel gerösteter Kaffee
100 ml Wasser
92–94 °C
mittel-feiner Mahlgrad
etwa 1:30 bis 2 Minuten Extraktion
Anschließend langsam pressen.
Danach wird das Konzentrat zunächst probiert.
Für schwarzen Kaffee kann mit ungefähr einem Teil Konzentrat und zwei Teilen Wasser begonnen werden.
Für einen Iced Latte eignet sich beispielsweise:
60 ml Konzentrat + 180 ml Milch oder Haferdrink + Eis.
Von diesem Ausgangspunkt kann das Rezept anschließend an den eigenen Geschmack angepasst werden.
Analyse: Lohnt sich die AeroPress für Kaffeekonzentrat?
Die AeroPress ist eine der praktischsten Methoden, wenn kleine Mengen Kaffeekonzentrat schnell und frisch hergestellt werden sollen.
Ihr größter Vorteil gegenüber Cold Brew ist die Geschwindigkeit.
Ein Cold-Brew-Konzentrat benötigt mehrere Stunden Extraktionszeit. Mit der AeroPress steht eine kräftige Kaffeebasis dagegen innerhalb weniger Minuten zur Verfügung.
Das macht sie besonders interessant für spontane Getränke wie Iced Coffee oder Iced Latte.
Gleichzeitig lässt sich das Rezept sehr genau verändern. Kaffeemenge, Wassermenge, Mahlgrad, Temperatur und Extraktionszeit können individuell angepasst werden.
Die Grenzen der Methode liegen bei der Menge.
Wer einen halben oder ganzen Liter Konzentrat vorbereiten möchte, müsste mehrere AeroPress-Durchgänge durchführen. Dafür ist ein größerer Cold-Brew-Ansatz wesentlich komfortabler.
Außerdem sollte AeroPress-Konzentrat nicht mit Espresso gleichgesetzt werden. Die AeroPress erzeugt nicht den Druck einer Espressomaschine und produziert deshalb keinen klassischen Espresso.
Für viele Rezepte ist diese technische Unterscheidung allerdings weniger wichtig. Ein kräftiges AeroPress-Konzentrat funktioniert hervorragend mit Wasser, Milch, Haferdrink, Tonic oder Eis.
Damit eignet sich die Methode vor allem für Menschen, die keine Espressomaschine besitzen, aber trotzdem eine intensive und schnell verfügbare Kaffeebasis herstellen möchten.
Fazit
Mit der AeroPress lässt sich Kaffeekonzentrat schnell und unkompliziert selber machen.
Ein gutes Grundrezept lautet:
30 g Kaffee + 100 ml Wasser bei etwa 92–94 °C.
Der Kaffee wird mittel-fein gemahlen, mit dem Wasser aufgegossen und ungefähr 1:30 bis 2 Minuten extrahiert. Anschließend wird der Kolben langsam heruntergedrückt.
Das Ergebnis ist eine kräftige, heiß extrahierte Kaffeebasis.
Für einen schwarzen Kaffee können beispielsweise:
60 ml Konzentrat + 120–150 ml Wasser
verwendet werden.
Für einen Iced Latte:
60 ml Konzentrat + 180 ml Milch oder Haferdrink + Eis.
Der größte Unterschied zu Cold-Brew-Konzentrat liegt in der Herstellung. Während Cold Brew viele Stunden extrahiert, ist AeroPress-Konzentrat innerhalb weniger Minuten verfügbar.
Für große Vorräte ist Cold Brew deshalb praktischer. Für eine oder zwei frische Portionen bietet die AeroPress dagegen einen deutlichen Zeitvorteil.
Und obwohl die AeroPress keinen echten Espresso produziert, lässt sich mit einem kräftigen Verhältnis von etwa 1:3 bis 1:5 eine intensive Kaffeebasis herstellen, die sich hervorragend für heiße und kalte Kaffeegetränke eignet.

