Kaffeekonzentrat lässt sich mit einem Kaffeevollautomaten besonders einfach herstellen. Dafür werden mehrere kurze und kräftige Kaffee- oder Espressobezüge hintereinander zubereitet und in einem sauberen Gefäß gesammelt. Die fertige Kaffeebasis kann anschließend abgekühlt und für Iced Latte, Iced Coffee, Americano, Protein Coffee oder andere Kaffeegetränke verwendet werden.
Für die meisten Vollautomaten ist die Espresso-Funktion die einfachste Methode. Statt einen großen Kaffee mit wenig Wasser erzwingen zu wollen, werden mehrere normale Espresso-Bezüge verwendet. Für etwa 200 ml konzentrierte Kaffeebasis können beispielsweise vier bis sechs Bezüge notwendig sein – abhängig davon, welche Getränkemenge der Vollautomat pro Espresso ausgibt.
Wichtig ist allerdings die begriffliche Unterscheidung: Mehrere gesammelte Espresso-Bezüge werden durch das Zusammenfüllen nicht zusätzlich konzentriert. Es handelt sich vielmehr um eine vorbereitete, kräftige Kaffeebasis. Für den praktischen Einsatz als „Kaffeekonzentrat“ funktioniert diese Methode dennoch sehr gut.
Kann man Kaffeekonzentrat mit einem Kaffeevollautomaten herstellen?
Ja.
Ein Kaffeevollautomat eignet sich sogar besonders gut, wenn das Konzentrat hauptsächlich für Milchgetränke verwendet werden soll.
Der Vollautomat übernimmt automatisch:
Mahlen
Dosieren
Verdichten
Brühen.
Dadurch muss lediglich die passende Getränkeeinstellung gewählt werden.
Besonders geeignet sind kurze und kräftige Bezüge.
Je nach Maschine können diese beispielsweise heißen:
Espresso
Doppio
Espresso+
Extra Shot
Ristretto
oder starker Kaffee.
Welche Funktion am besten geeignet ist, hängt vom jeweiligen Kaffeevollautomaten ab.
Die einfachste Methode: mehrere Espresso-Bezüge
Für den Einstieg ist die Espresso-Funktion meistens die sinnvollste Lösung.
Ein mögliches Vorgehen:
Bohnenbehälter mit geeigneten Kaffeebohnen füllen.
Hohe beziehungsweise kräftige Aromastufe einstellen.
Espresso auswählen.
Einen normalen Espresso beziehen.
Mehrere Bezüge hintereinander in einem sauberen Gefäß sammeln.
Kaffeebasis anschließend zeitnah herunterkühlen.
In ein sauberes, verschließbares Gefäß füllen.
Im Kühlschrank aufbewahren.
Damit steht eine vorbereitete kräftige Kaffeebasis zur Verfügung.
Einfaches Grundrezept
Angenommen, der Kaffeevollautomat gibt pro Espresso ungefähr:
40 ml
aus.
Für ungefähr 200 ml Kaffeebasis werden dann benötigt:
5 × 40 ml = 200 ml.
Das bedeutet:
5 Espresso-Bezüge.
Diese 200 ml können anschließend portionsweise verwendet werden.
Wie viele Espresso-Bezüge braucht man?
Das hängt von der eingestellten Getränkemenge ab.
Getränkemenge pro Bezug | Für ca. 200 ml | Für ca. 300 ml | Für ca. 500 ml |
|---|---|---|---|
30 ml | ca. 7 Bezüge | 10 Bezüge | ca. 17 Bezüge |
40 ml | 5 Bezüge | ca. 8 Bezüge | ca. 13 Bezüge |
50 ml | 4 Bezüge | 6 Bezüge | 10 Bezüge |
60 ml | ca. 4 Bezüge | 5 Bezüge | ca. 8–9 Bezüge |
Die Tabelle zeigt auch einen Nachteil dieser Methode:
Für sehr große Mengen ist ein Kaffeevollautomat weniger effizient.
Für einen kleinen Vorrat von 200 bis 300 ml ist die Methode dagegen sehr praktisch.
Welche Einstellung sollte man am Kaffeevollautomaten verwenden?
Wenn die Maschine verschiedene Aromastufen anbietet, sollte zunächst eine kräftige Einstellung gewählt werden.
Beispielsweise:
hohe Kaffeestärke
kleine Getränkemenge
Espresso-Programm.
Die genaue Bezeichnung unterscheidet sich von Hersteller zu Hersteller.
Entscheidend ist das Prinzip:
Möglichst viel Kaffeegeschmack bei relativ geringer Wassermenge.
Sollte man die maximale Kaffeestärke einstellen?
Für eine konzentrierte Basis ist eine hohe Aromastufe sinnvoll.
Viele Vollautomaten verändern bei einer höheren Stärke die Menge des gemahlenen Kaffees oder verwenden zusätzliche Mahl- beziehungsweise Brühvorgänge.
Die genaue Funktionsweise hängt jedoch von der Maschine ab.
Deshalb bedeutet die höchste Stufe nicht bei jedem Kaffeevollautomaten exakt dasselbe.
Für den ersten Versuch kann trotzdem die höchste oder zweithöchste Aromastufe gewählt werden.
Anschließend entscheidet der Geschmack.
Espresso oder Kaffee – welches Programm ist besser?
Für Kaffeekonzentrat ist Espresso normalerweise die bessere Ausgangsbasis.
Der Grund ist die geringere Wassermenge.
Ein normaler Kaffee aus dem Vollautomaten kann beispielsweise:
120 bis 200 ml
groß sein.
Ein Espresso liegt dagegen häufig nur bei ungefähr:
30 bis 50 ml.
Dadurch gelangt wesentlich weniger Wasser in die vorbereitete Kaffeebasis.
Das ist besonders bei Iced Latte wichtig.
Warum ist wenig Wasser für Iced Latte wichtig?
Ein großer Iced Latte enthält bereits viel Milch und Eis.
Wird normaler Kaffee verwendet, bringt dieser zusätzlich viel Wasser in das Getränk.
Beispielsweise:
150 ml Kaffee
200 ml Milch
Eis.
Das ergibt bereits ein sehr großes und relativ stark verdünntes Getränk.
Mit einer konzentrierten Espresso-Basis könnten dagegen beispielsweise verwendet werden:
60 ml Kaffee
200 ml Milch
Eis.
Dadurch bleibt der Kaffeegeschmack deutlich präsenter.
Kann man einfach einen sehr starken großen Kaffee einstellen?
Das funktioniert grundsätzlich, ist aber nicht immer die beste Lösung.
Angenommen, der Vollautomat verwendet für einen Kaffee eine bestimmte Menge Kaffeepulver.
Wird anschließend einfach sehr viel Wasser durch dieses Kaffeemehl geleitet, steigt zwar die Getränkemenge, die Kaffeebasis wird aber nicht konzentrierter.
Im Gegenteil:
Mehr Wasser führt zu einem stärker verdünnten Getränk.
Für ein Konzentrat sind deshalb mehrere kurze Bezüge meist sinnvoller als ein einziger sehr langer Bezug.
Warum sollte man mehrere kurze Bezüge verwenden?
Bei jedem neuen Bezug verwendet der Vollautomat frisches Kaffeemehl.
Dadurch kann beispielsweise:
Espresso 1
Espresso 2
Espresso 3
Espresso 4
jeweils separat extrahiert werden.
Anschließend werden alle vier Bezüge zusammengeführt.
Das ist geschmacklich sinnvoller, als aus einer einzelnen Portion Kaffeemehl immer mehr Wasser herauslaufen zu lassen.
Kann man die Wassermenge beim Espresso reduzieren?
Bei vielen Kaffeevollautomaten lässt sich die Getränkemenge programmieren.
Damit kann ein kürzerer und intensiverer Bezug eingestellt werden.
Das sollte allerdings nicht übertrieben werden.
Sehr wenig Wasser bedeutet nicht automatisch besseren Kaffee.
Die Extraktion verändert sich dadurch ebenfalls.
Wer beispielsweise einen Espresso von 40 ml auf 30 ml reduziert, kann ein kräftigeres Getränk erhalten.
Ein extrem kurzer Bezug kann sich dagegen geschmacklich deutlich verändern.
Ristretto als Kaffeekonzentrat verwenden
Besitzt der Vollautomat eine Ristretto-Funktion, kann diese ebenfalls interessant sein.
Ein Ristretto ist kleiner als ein klassischer Espresso und besitzt dadurch eine hohe geschmackliche Intensität.
Mehrere Ristretto-Bezüge können als besonders kräftige Basis verwendet werden.
Für einen großen Vorrat werden dadurch allerdings viele einzelne Bezüge benötigt.
Für ein oder zwei Iced Lattes kann die Methode sehr gut funktionieren.
Doppio-Funktion nutzen
Besonders praktisch ist eine Doppio- beziehungsweise Doppel-Espresso-Funktion.
Je nach Maschine verwendet diese Funktion zwei separate Mahl- und Brühvorgänge oder eine entsprechend angepasste Zubereitung.
Damit kann eine größere Menge kräftiger Kaffeebasis schneller hergestellt werden.
Wer regelmäßig Konzentrat vorbereitet, sollte deshalb prüfen, ob der Vollautomat eine solche Funktion besitzt.
Was ist mit der Extra-Shot-Funktion?
Auch Extra Shot kann interessant sein.
Bei entsprechenden Programmen wird das Getränk durch einen zusätzlichen Kaffee- beziehungsweise Espresso-Bezug verstärkt.
Dadurch erhält man mehr Kaffeeintensität, ohne einfach nur zusätzliches Wasser durch dieselbe Portion Kaffeemehl laufen zu lassen.
Die konkrete Umsetzung unterscheidet sich allerdings je nach Hersteller.
Welche Bohnen eignen sich?
Für Kaffeekonzentrat aus dem Vollautomaten eignen sich grundsätzlich alle Bohnen, die auch für normalen Kaffee beziehungsweise Espresso verwendet werden.
Für Milchgetränke funktionieren mittlere bis dunklere Röstungen häufig besonders gut.
Sie können beispielsweise Aromen liefern wie:
Schokolade
Nuss
Karamell
Kakao
kräftige Röstaromen.
Diese Geschmacksprofile bleiben auch bei der Kombination mit viel Milch vergleichsweise präsent.
Arabica oder Robusta?
Beides ist möglich.
Arabica kann ein komplexeres und häufig feineres Aromaprofil besitzen.
Robusta enthält im Durchschnitt mehr Koffein und kann kräftigere, bitterere und erdigere Noten mitbringen.
Viele klassische Espressomischungen kombinieren deshalb Arabica und Robusta.
Für einen kräftigen Iced Latte kann ein Blend mit Robusta-Anteil interessant sein.
Welche Röstung eignet sich für Iced Latte?
Für Iced Latte ist eine mittlere bis dunklere Röstung ein guter Ausgangspunkt.
Der Grund ist die große Milchmenge.
Sehr feine und dezente Kaffeearomen können durch 200 oder 250 ml Milch schnell in den Hintergrund treten.
Kräftigere schokoladige und nussige Röstungen können sich besser behaupten.
Das bedeutet jedoch nicht, dass helle Röstungen ungeeignet sind.
Wer fruchtige Kaffees bevorzugt, kann auch damit experimentieren.
Welche Mahlgradeinstellung sollte man verwenden?
Der Mahlgrad sollte nicht ausschließlich für das Konzentrat extrem verändert werden.
Beim Kaffeevollautomaten sollte zunächst eine Einstellung verwendet werden, mit der der Espresso grundsätzlich ausgewogen schmeckt.
Ist der Kaffee:
sehr dünn
wässrig
oder läuft extrem schnell,
kann eine feinere Einstellung sinnvoll sein.
Schmeckt er dagegen unangenehm bitter oder läuft die Maschine problematisch langsam, kann eine gröbere Einstellung notwendig sein.
Änderungen sollten schrittweise erfolgen.
Sollte man den Mahlgrad während des Mahlens verändern?
Bei vielen Vollautomaten darf der Mahlgrad nur verändert werden, während das Mahlwerk läuft.
Andere Geräte besitzen andere Einstellmechanismen.
Hier sollte immer die Bedienungsanleitung des konkreten Modells beachtet werden.
Das ist besonders wichtig, weil eine falsche Verstellung das Mahlwerk belasten kann.
Kann man vorgemahlenen Kaffee verwenden?
Viele Kaffeevollautomaten besitzen einen Schacht für vorgemahlenen Kaffee.
Damit lässt sich grundsätzlich ebenfalls eine kräftige Kaffeebasis herstellen.
Die Funktion ist allerdings häufig auf eine Portion pro Bezug beschränkt.
Für mehrere Bezüge muss entsprechend mehrfach Kaffee eingefüllt werden.
Bei einem großen Vorrat ist die Verwendung des normalen Bohnenbehälters deshalb komfortabler.
Kann man entkoffeiniertes Kaffeekonzentrat herstellen?
Ja.
Das ist mit einem Vollautomaten besonders einfach, wenn dieser einen Pulverschacht besitzt.
Dort kann entkoffeinierter gemahlener Kaffee eingefüllt werden.
Anschließend wird ein kurzer Kaffee- oder Espresso-Bezug durchgeführt.
Alternativ können entkoffeinierte Bohnen verwendet werden.
Damit lässt sich auch ein nahezu koffeinfreies beziehungsweise stark koffeinreduziertes Konzentrat für Iced Latte herstellen.
Schritt-für-Schritt-Anleitung für etwa 200 ml
Eine besonders einfache Methode sieht folgendermaßen aus.
Schritt 1: Maschine vorbereiten
Wassertank ausreichend füllen.
Bohnenbehälter kontrollieren.
Auffangschale und Kaffeesatzbehälter gegebenenfalls leeren.
Schritt 2: Kaffeestärke einstellen
Eine hohe Aromastufe wählen.
Schritt 3: Espresso auswählen
Eine Getränkemenge von ungefähr:
30 bis 50 ml
ist ein guter Ausgangspunkt.
Schritt 4: Mehrere Bezüge herstellen
Beispielsweise:
5 × 40 ml.
Das ergibt ungefähr:
200 ml.
Schritt 5: Kaffee sammeln
Alle Bezüge in einem sauberen hitzebeständigen Gefäß sammeln.
Schritt 6: Herunterkühlen
Die Kaffeebasis zeitnah abkühlen.
Schritt 7: Umfüllen
In eine saubere verschließbare Flasche geben.
Schritt 8: Kühlen
Anschließend im Kühlschrank aufbewahren und kurzfristig verbrauchen.
Kaffeekonzentrat für Iced Latte
Für einen Iced Latte kann beispielsweise verwendet werden:
60 ml Kaffeebasis
200 ml kalte Milch oder Pflanzendrink
Eis.
Zuerst Eiswürfel in ein Glas geben.
Milch hinzufügen.
Anschließend die Kaffeebasis darübergeben.
Umrühren und trinken.
Wie viel Konzentrat für einen kräftigen Iced Latte?
Wer einen besonders deutlichen Kaffeegeschmack möchte, kann beispielsweise:
80 ml Kaffeebasis
mit
200 ml Milch
kombinieren.
Dadurch steigt allerdings auch die Koffeinmenge.
Es ist deshalb nicht sinnvoll, ausschließlich nach geschmacklicher Intensität zu dosieren.
Gerade wenn mehrere Espresso-Bezüge verwendet werden, sollte die Koffeinaufnahme berücksichtigt werden.
Kaffeekonzentrat für Iced Coffee
Ein einfaches Rezept:
60 ml Kaffeebasis
150 ml kaltes Wasser
Eis.
Wer das Getränk stärker möchte, kann beispielsweise:
80 ml Kaffeebasis
verwenden.
Da das Konzentrat bereits gekühlt werden kann, ist das Getränk innerhalb weniger Sekunden fertig.
Kaffeekonzentrat für Americano
Auch ein heißer Americano lässt sich mit der vorbereiteten Basis herstellen.
Beispielsweise:
60 ml Kaffeebasis
150 ml heißes Wasser.
Da die Basis aus dem Kühlschrank kommt, sollte das Wasser ausreichend heiß sein.
Wer das Getränk besonders heiß bevorzugt, kann zusätzlich die Tasse vorwärmen.
Kaffeekonzentrat für Protein Coffee
Für Protein Coffee eignet sich die Methode ebenfalls hervorragend.
Beispielsweise:
50 ml Kaffeebasis
250 ml Proteinshake
Eis.
Alle Zutaten werden miteinander kombiniert.
Der Kaffee muss morgens nicht erneut zubereitet werden.
Kaffeekonzentrat für Espresso Tonic
Ein mögliches Rezept:
40 bis 60 ml Kaffeebasis
150 ml Tonic Water
Eis.
Das Tonic Water vorsichtig eingießen, damit möglichst wenig Kohlensäure verloren geht.
Mit frisch extrahiertem Espresso können Aroma und Optik allerdings etwas anders ausfallen.
Kann man das Konzentrat heiß verwenden?
Ja.
Die Kaffeebasis muss nicht ausschließlich für kalte Getränke verwendet werden.
Sie kann beispielsweise mit:
heißem Wasser
oder
warmer Milch
kombiniert werden.
Dadurch entstehen innerhalb weniger Sekunden heiße Kaffeegetränke.
Kann man das Konzentrat pur trinken?
Grundsätzlich kann die Kaffeebasis pur getrunken werden.
Sie entspricht schließlich mehreren kurzen Kaffee- beziehungsweise Espressobezügen.
Allerdings besitzt vorbereiteter Kaffee nicht mehr dieselben sensorischen Eigenschaften wie ein frisch bezogener Espresso.
Für den puren Genuss ist deshalb frisch zubereiteter Espresso die bessere Wahl.
Warum schmeckt vorbereiteter Espresso anders?
Nach der Extraktion verändert sich Kaffee.
Besonders deutlich ist das bei Espresso.
Die Crema fällt zusammen.
Flüchtige Aromastoffe verändern sich beziehungsweise gehen verloren.
Oxidationsprozesse beeinflussen das Geschmacksprofil.
Deshalb schmeckt ein frisch extrahierter Espresso anders als eine gekühlte und später wieder verwendete Espresso-Basis.
In einem Iced Latte fallen diese Unterschiede allerdings weniger stark auf.
Sollte man Zucker ins Konzentrat geben?
Für eine möglichst vielseitige Basis ist das nicht notwendig.
Wird das Konzentrat ungesüßt gelagert, kann später jedes Getränk individuell angepasst werden.
Eine Portion kann beispielsweise für schwarzen Iced Coffee verwendet werden.
Die nächste Portion erhält Milch und Vanillesirup.
Dadurch bleibt das Konzentrat flexibel.
Wie kühlt man die Kaffeebasis am besten ab?
Die frisch zubereitete Kaffeebasis sollte nicht unnötig lange warm bei Raumtemperatur stehen.
Sie kann in ein geeignetes sauberes Gefäß gefüllt und anschließend zeitnah heruntergekühlt werden.
Eine Möglichkeit ist ein kaltes Wasserbad.
Danach wird das verschlossene Gefäß im Kühlschrank gelagert.
Kann man den heißen Kaffee direkt in den Kühlschrank stellen?
Sehr heiße große Flüssigkeitsmengen sollten nicht unnötig direkt in den Kühlschrank gestellt werden.
Bei den relativ kleinen Mengen von etwa 200 ml lässt sich die Flüssigkeit zunächst schnell herunterkühlen.
Ein kaltes Wasserbad beschleunigt den Vorgang.
Danach kann die Kaffeebasis in den Kühlschrank.
Wie lange ist selbst gemachtes Kaffeekonzentrat haltbar?
Bei zu Hause zubereitetem Kaffee sollte auf eine saubere Herstellung, schnelle Kühlung und durchgehende Kühllagerung geachtet werden.
Für die beste Qualität ist es sinnvoll, nur kleine Mengen für den kurzfristigen Verbrauch vorzubereiten.
Gerade espressoartige Bezüge verlieren geschmacklich relativ schnell ihre ursprüngliche Qualität.
Statt einen Vorrat für mehrere Wochen herzustellen, ist es daher sinnvoller, kleine Chargen für wenige Tage vorzubereiten.
Bei auffälligen Veränderungen von Geruch, Geschmack oder Aussehen sollte die Kaffeebasis entsorgt werden.
Kann man Kaffeekonzentrat einfrieren?
Ja.
Das ist eine sehr praktische Möglichkeit.
Die vorbereitete Kaffeebasis kann in einen Eiswürfelbehälter gefüllt werden.
Nach dem Einfrieren stehen portionsweise Kaffee-Eiswürfel zur Verfügung.
Diese eignen sich besonders gut für Iced Latte.
Der Vorteil:
Normale Eiswürfel verdünnen das Getränk beim Schmelzen mit Wasser.
Kaffee-Eiswürfel bringen dagegen zusätzlichen Kaffeegeschmack ins Getränk.
Wie viel Koffein enthält das Konzentrat?
Eine exakte Angabe ist ohne Messung nicht möglich.
Entscheidend sind unter anderem:
Bohnen
Arabica-/Robusta-Anteil
Kaffeestärke
verwendete Kaffeemenge pro Bezug
Extraktion
Anzahl der Bezüge.
Besonders wichtig ist die Anzahl der verwendeten Espresso-Bezüge.
Beispiel: Warum die Anzahl der Bezüge wichtig ist
Angenommen, ein einzelner Espresso enthält hypothetisch:
60 mg Koffein.
Wer fünf Bezüge sammelt, erhält insgesamt:
5 × 60 mg = 300 mg Koffein.
Das gesamte Gefäß würde in diesem Beispiel also:
300 mg Koffein
enthalten.
Wer davon ein Fünftel verwendet, nimmt ungefähr:
60 mg Koffein
auf.
Wer dagegen die Hälfte der Flasche in einen großen Iced Latte gibt, würde etwa:
150 mg Koffein
aufnehmen.
Die Zahlen sind lediglich ein Rechenbeispiel. Der tatsächliche Koffeingehalt eines Espresso-Bezugs kann deutlich abweichen.
Wird durch Milch oder Wasser weniger Koffein daraus?
Die Konzentration sinkt.
Die absolute Koffeinmenge bleibt jedoch gleich.
Angenommen:
60 ml Kaffeebasis enthalten 80 mg Koffein.
Wer:
200 ml Milch
hinzufügt, erhält weiterhin:
80 mg Koffein.
Das Getränk besitzt lediglich ein größeres Volumen.
Ist Vollautomaten-Konzentrat stärker als Filterkaffee?
Pro 100 ml kann eine aus kurzen Espresso-Bezügen bestehende Basis wesentlich konzentrierter sein als normaler Filterkaffee.
Bei der gesamten Koffeinaufnahme kommt es jedoch auf die Portionsgröße an.
Eine große Tasse Filterkaffee kann trotz niedrigerer Konzentration insgesamt mehr Koffein enthalten als eine kleine Portion der Vollautomaten-Basis.
„Stärker“ sollte deshalb nicht automatisch mit „mehr Koffein pro Getränk“ gleichgesetzt werden.
Wie viele Kalorien hat das Konzentrat?
Schwarzer Kaffee enthält nur sehr wenige Kalorien.
Das gilt auch für die aus dem Vollautomaten bezogene Kaffeebasis.
Deutlich relevanter werden:
Milch
Haferdrink
Zucker
Sirup
Sahne.
Bei einem Iced Latte stammen deshalb fast alle Kalorien aus den zusätzlichen Zutaten und nicht aus dem Kaffee selbst.
Was kostet selbst gemachtes Kaffeekonzentrat?
Die Kosten hängen hauptsächlich von den verwendeten Bohnen ab.
Angenommen:
1 kg Bohnen kostet 20 Euro.
Der Vollautomat verwendet hypothetisch:
10 g Kaffee pro Bezug.
Bei fünf Bezügen werden:
50 g Kaffee
benötigt.
Die Bohnenkosten betragen:
20 € × 50 ÷ 1.000 = 1,00 €.
Die 200 ml vorbereitete Kaffeebasis würden damit bei diesem Beispiel ungefähr einen Euro an Bohnen kosten.
Strom, Wasser und Maschinenkosten sind nicht berücksichtigt.
Was kostet ein Iced Latte damit?
Angenommen, die 200 ml Kaffeebasis kosten:
1,00 Euro.
Pro Iced Latte werden:
50 ml
verwendet.
Dann reicht die Basis für:
4 Getränke.
Die Kaffeekosten pro Getränk betragen:
0,25 Euro.
Milch, Eis und eventuell Sirup kommen hinzu.
Das Beispiel zeigt, warum selbst gemachte Kaffeebasis besonders bei regelmäßigem Verbrauch interessant sein kann.
Wie viel sollte man vorbereiten?
Kleinere Mengen sind sinnvoller.
Wer beispielsweise jeden Morgen:
60 ml
für einen Iced Latte benötigt, braucht für vier Portionen:
240 ml.
Dafür muss kein Liter Konzentrat hergestellt werden.
Der Vollautomat kann eine solche Menge relativ schnell zubereiten.
Gleichzeitig bleibt die Lagerdauer kurz.
Kann der Kaffeevollautomat dadurch beschädigt werden?
Mehrere normale Bezüge hintereinander liegen grundsätzlich im üblichen Einsatzbereich eines Vollautomaten.
Die Maschine sollte dabei allerdings immer entsprechend ihrer Bedienungsanleitung verwendet werden.
Nicht sinnvoll sind Experimente wie:
fertigen Kaffee in den Wassertank geben
Milch in den Wassertank geben
Kaffee erneut durch das interne Wassersystem laufen lassen
deutlich mehr Kaffeepulver in einen Pulverschacht füllen als vorgesehen.
Für selbst gemachtes Konzentrat reicht es vollständig aus, die normalen Getränkeprogramme zu verwenden.
Darf man Kaffee statt Wasser in den Wassertank geben?
Bei einem normalen Kaffeevollautomaten gehört in den Wassertank grundsätzlich nur die vom Hersteller vorgesehene Flüssigkeit – normalerweise frisches Wasser.
Fertiger Kaffee sollte nicht erneut durch die Maschine geleitet werden.
Das kann Ablagerungen verursachen und interne Komponenten beeinträchtigen.
Mehr Konzentration wird stattdessen durch mehrere kurze Bezüge erreicht.
Sollte man einen Espresso zweimal durchlaufen lassen?
Nein.
Ein bereits verwendeter Kaffeepuck sollte nicht erneut für einen zweiten Bezug verwendet werden.
Der Vollautomat wirft den Kaffeesatz nach dem Brühvorgang normalerweise automatisch in den Tresterbehälter.
Für den nächsten Espresso wird frischer Kaffee gemahlen.
Genau das ist für eine hochwertige kräftige Basis sinnvoll.
Was ist besser: Vollautomat oder Filtermaschine?
Eigenschaft | Kaffeevollautomat | Filtermaschine |
|---|---|---|
Basis | Espresso/kurzer Kaffee | starker Filterkaffee |
Konzentration | hoch möglich | begrenzt |
Zubereitung | mehrere Bezüge | ein Brühvorgang |
Für Iced Latte | sehr gut | gut bis sehr gut |
Für schwarzen Kaffee | gut | sehr gut |
Große Mengen | aufwendiger | einfacher |
Kleine Mengen | sehr praktisch | weniger flexibel |
Bohnen werden frisch gemahlen | normalerweise Ja | nur mit separater Mühle |
Bedienkomfort | sehr hoch | hoch |
Reinigung | automatisch + regelmäßige Pflege | einfach |
Für kleine Mengen und Milchgetränke besitzt der Vollautomat klare Vorteile.
Für einen halben oder ganzen Liter konzentrierten Filterkaffee kann eine Filtermaschine effizienter sein.
Was ist besser: Vollautomat oder Siebträger?
Mit einem Siebträger besitzt der Nutzer wesentlich mehr Kontrolle über:
Mahlgrad
Kaffeemenge
Brühverhältnis
Extraktionszeit
und damit den Espresso.
Der Vollautomat bietet dagegen maximalen Komfort.
Ein Knopfdruck reicht für den nächsten Bezug.
Für eine vorbereitete Kaffeebasis ist der Vollautomat deshalb besonders praktisch.
Für maximale Espressoqualität hat ein gut eingestellter Siebträger mehr Potenzial.
Was ist besser: Vollautomat oder Cold-Brew-Konzentrat?
Hier entstehen zwei völlig unterschiedliche Geschmacksprofile.
Vollautomaten-Konzentrat wird heiß und innerhalb kurzer Zeit extrahiert.
Cold-Brew-Konzentrat wird über viele Stunden mit kaltem oder zimmerwarmem Wasser hergestellt.
Cold Brew kann dadurch weicher und weniger säurebetont wahrgenommen werden.
Die Vollautomaten-Variante besitzt dagegen einen stärker espressoähnlichen Charakter.
Für einen klassischen Iced Latte ist die Vollautomaten-Basis besonders interessant.
Für einen Cold Brew Latte ist Cold-Brew-Konzentrat die passendere Wahl.
Welche Methode ist am schnellsten?
Wenn der Vollautomat bereits eingeschaltet und betriebsbereit ist, gehört diese Methode zu den schnellsten Möglichkeiten, eine kräftige Kaffeebasis herzustellen.
Mehrere Bezüge benötigen lediglich wenige Minuten.
Cold Brew benötigt dagegen viele Stunden Extraktionszeit.
Wer das Konzentrat spontan benötigt, hat mit dem Vollautomaten deshalb einen erheblichen Vorteil.
Häufige Fehler bei Kaffeekonzentrat aus dem Vollautomaten
Einen großen Kaffee statt mehrerer kurzer Bezüge verwenden
Dadurch gelangt viel zusätzliches Wasser in die Kaffeebasis.
Immer weniger Wasser einstellen
Ein extrem kurzer Bezug ist nicht automatisch besser. Das Geschmacksprofil verändert sich ebenfalls.
Den Mahlgrad extrem fein einstellen
Das kann die Extraktion verschlechtern und je nach Maschine Probleme verursachen.
Gebrauchten Kaffee erneut verwenden
Für jeden Bezug sollte der Vollautomat frischen Kaffee verwenden.
Kaffee in den Wassertank geben
Der Wassertank ist nicht dafür vorgesehen.
Zu große Mengen vorbereiten
Kleinere Chargen bieten geschmackliche Vorteile.
Koffein unterschätzen
Mehrere Espresso-Bezüge können zusammen eine erhebliche Koffeinmenge enthalten.
Die einfachste Einstellung für Anfänger
Wer keine komplizierten Einstellungen verändern möchte, kann folgendermaßen beginnen:
Espresso-Programm auswählen.
Hohe Aromastufe einstellen.
Getränkemenge auf ungefähr 40 ml belassen.
Fünf Espresso-Bezüge herstellen.
Damit entstehen ungefähr:
200 ml Kaffeebasis.
Anschließend herunterkühlen und gekühlt lagern.
Für einen Iced Latte:
50 bis 60 ml Kaffeebasis
200 ml Milch
Eis.
Probieren.
Ist der Kaffee zu schwach, beim nächsten Getränk etwas mehr Basis verwenden.
Ist er zu kräftig, weniger verwenden.
Rezept: Vorrat für vier Iced Lattes
Wer vier Getränke vorbereiten möchte, kann ungefähr:
240 ml Kaffeebasis
herstellen.
Bei 40 ml pro Espresso wären das:
6 Bezüge.
Für jeden Iced Latte werden anschließend verwendet:
60 ml Kaffeebasis
200 ml Milch
Eis.
Damit reicht der vorbereitete Kaffee für:
4 Iced Lattes.
Rezept: besonders kräftiger Iced Latte
Für einen stärkeren Kaffeegeschmack:
80 ml Kaffeebasis
200 ml Milch
Eis.
Bei dieser Dosierung sollte berücksichtigt werden, dass mit der größeren Kaffeemenge auch mehr Koffein aufgenommen werden kann.
Rezept: schneller Iced Americano
60 ml Kaffeebasis
150 ml kaltes Wasser
Eis.
Alles in ein Glas geben.
Fertig.
Rezept: schneller heißer Kaffee
60 ml gekühlte Kaffeebasis
180 ml heißes Wasser.
Dadurch lässt sich auch morgens sehr schnell ein heißes Kaffeegetränk herstellen.
Analyse
Für Besitzer eines Kaffeevollautomaten ist diese Methode besonders interessant, weil keine zusätzliche Ausrüstung benötigt wird.
Die Maschine besitzt bereits alles, was für eine kräftige Kaffeebasis erforderlich ist.
Besonders sinnvoll sind mehrere kurze Espresso-Bezüge.
Das ist besser, als einen einzelnen Kaffee mit immer mehr Wasser zu verlängern.
Jeder neue Bezug verwendet frisches Kaffeemehl. Dadurch lässt sich eine größere Menge kräftiger Kaffee herstellen, ohne einen einzelnen Kaffeepuck übermäßig lange zu extrahieren.
Für sehr große Mengen besitzt die Methode allerdings Grenzen.
Wer 500 ml Kaffeebasis mit jeweils 40 ml pro Bezug herstellen möchte, benötigt ungefähr 13 Espresso-Bezüge.
Für einen Vorrat von ein oder zwei Litern wäre das ineffizient.
Für 200 bis 300 ml sieht die Situation anders aus.
Diese Menge reicht bereits für mehrere Iced Lattes und lässt sich mit wenigen Bezügen herstellen.
Der Vollautomat ist deshalb besonders geeignet für:
kleine Chargen
Iced Latte
Milchkaffee
Iced Americano
Protein Coffee
und andere Getränke, bei denen eine kräftige Kaffeebasis benötigt wird.
Geschmacklich sollte trotzdem berücksichtigt werden, dass vorbereiteter Espresso nicht mit frisch bezogenem Espresso identisch ist.
Wer Espresso pur trinkt, sollte ihn weiterhin frisch zubereiten.
Wer morgens hauptsächlich einen Iced Latte möchte, kann dagegen vom vorbereiteten Konzentrat deutlich stärker profitieren.
Fazit
Kaffeekonzentrat lässt sich mit einem Kaffeevollautomaten besonders unkompliziert herstellen.
Die einfachste Methode besteht darin, mehrere kurze und kräftige Espresso-Bezüge hintereinander zuzubereiten und anschließend zu sammeln.
Ein guter Ausgangspunkt ist:
hohe Aromastufe
Espresso-Programm
etwa 40 ml pro Bezug
5 Bezüge für ungefähr 200 ml Kaffeebasis.
Die fertige Basis wird anschließend zeitnah heruntergekühlt, in ein sauberes verschließbares Gefäß gefüllt und im Kühlschrank aufbewahrt.
Für einen Iced Latte können beispielsweise:
50 bis 60 ml Kaffeebasis
mit
200 ml Milch und Eis
kombiniert werden.
Der wichtigste Vorteil gegenüber normalem Kaffee aus dem Vollautomaten ist die geringe Wassermenge.
Statt 150 oder 200 ml Kaffee mit Milch zu mischen, reichen wenige Milliliter einer kräftigen Espresso-Basis. Dadurch bleibt der Kaffeegeschmack auch in einem großen Milchgetränk deutlich wahrnehmbar.
Für sehr große Vorräte ist diese Methode weniger geeignet. Wer einen halben oder ganzen Liter Konzentrat benötigt, muss sehr viele einzelne Bezüge durchführen. Hier kann ein starkes Filterrezept oder Cold-Brew-Konzentrat praktischer sein.
Für einen kleinen Vorrat für mehrere Iced Lattes ist der Kaffeevollautomat dagegen eine der einfachsten Methoden überhaupt.
Wer bereits einen Vollautomaten besitzt, benötigt weder spezielles Zubehör noch eine zusätzliche Cold-Brew-Ausrüstung: mehrere kräftige Espresso-Bezüge, ein sauberes Gefäß und ein Kühlschrank reichen aus.

