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Espresso Konzentrat28. Aug. 2026 17 Min. Lesezeit

Espresso Konzentrat selber machen – so funktioniert es

Espresso Konzentrat lässt sich zu Hause auf verschiedene Arten herstellen. Am einfachsten funktioniert es entweder mit mehreren frisch gebrühten Espresso-Shots oder als kräftige Kaffeebasis, die anschließend wie Espresso Konzentrat dosiert wird.

Espresso Konzentrat selber machen – so funktioniert es

Espresso Konzentrat lässt sich zu Hause auf verschiedene Arten herstellen. Am einfachsten funktioniert es entweder mit mehreren frisch gebrühten Espresso-Shots oder als kräftige Kaffeebasis, die anschließend wie Espresso Konzentrat dosiert wird.

Wer eine Espressomaschine besitzt und ein möglichst authentisches Espresso-Aroma möchte, sollte mehrere Espressi zubereiten, abkühlen lassen und im Kühlschrank lagern. Ohne Espressomaschine lässt sich dagegen ein starkes Kaffeekonzentrat herstellen, das sich besonders gut für Iced Latte, Iced Americano und andere Milchgetränke eignet.

Wichtig ist dabei die begriffliche Unterscheidung: Ein Konzentrat aus kalt oder anders extrahiertem Kaffee ist technisch kein klassischer Espresso. Echter Espresso entsteht durch die schnelle Extraktion von fein gemahlenem Kaffee mit heißem Wasser unter Druck. Wer ohne Espressomaschine ein „Espresso Konzentrat“ herstellt, produziert deshalb streng genommen eine konzentrierte Kaffeebasis mit espressoähnlichem Einsatzzweck.

Für den Alltag ist dieser Unterschied häufig weniger entscheidend. Soll das Konzentrat hauptsächlich in einem Iced Latte mit 200 ml Milch landen, kommt es vor allem darauf an, dass die Kaffeebasis ausreichend kräftig und aromatisch ist.

Was ist Espresso Konzentrat?

Espresso Konzentrat ist eine konzentrierte flüssige Kaffeebasis, die anstelle eines frisch zubereiteten Espresso-Shots verwendet werden kann.

Es eignet sich beispielsweise für:

  • Iced Latte

  • Caffè Latte

  • Iced Americano

  • Americano

  • Latte Macchiato

  • Protein Coffee

  • Espresso Tonic

  • Kaffee-Desserts

Der entscheidende Vorteil besteht darin, dass nicht für jedes Getränk erneut Kaffee gemahlen und Espresso extrahiert werden muss.

Das Konzentrat wird vorbereitet und anschließend portionsweise verwendet.

Kann man Espresso Konzentrat wirklich selber machen?

Ja.

Allerdings gibt es nicht nur eine Methode.

Grundsätzlich lassen sich drei Varianten unterscheiden:

Methode 1: Mehrere klassische Espresso-Shots vorbereiten

Das liefert das authentischste Espresso-Aroma, benötigt aber eine Espressomaschine.

Methode 2: Eine konzentrierte Kaffeebasis herstellen

Diese Variante funktioniert ohne Espressomaschine und eignet sich besonders für Iced Latte und andere Mischgetränke.

Methode 3: Cold-Brew-Konzentrat verwenden

Auch damit lässt sich eine kräftige Kaffeebasis herstellen. Geschmacklich entsteht allerdings ein Cold-Brew-Profil und kein klassischer Espresso.

Welche Methode am besten geeignet ist, hängt deshalb davon ab, wie das Konzentrat später verwendet werden soll.

Methode 1: Espresso Konzentrat mit der Espressomaschine selber machen

Wer bereits eine Espressomaschine besitzt, kann mehrere Espresso-Shots vorbereiten und anschließend gekühlt aufbewahren.

Das ist die einfachste Möglichkeit, tatsächlich eine auf Espresso basierende Kaffeebasis herzustellen.

Zutaten

Für etwa 200 ml werden ungefähr benötigt:

100 bis 140 g Kaffeebohnen

Die tatsächlich benötigte Menge hängt stark vom verwendeten Espresso-Rezept ab.

Wer beispielsweise pro doppeltem Espresso:

18 g Kaffee

verwendet und daraus:

36 g Espresso

extrahiert, benötigt für ungefähr 180 g Espresso fünf doppelte Bezüge.

Dafür werden insgesamt:

5 × 18 g = 90 g Kaffee

benötigt.

Die exakte Ausbeute hängt vom jeweiligen Rezept ab.

Schritt 1: Bohnen auswählen

Für Espresso Konzentrat eignen sich grundsätzlich dieselben Bohnen wie für normalen Espresso.

Besonders unkompliziert sind mittlere bis dunklere Espressoröstungen.

Sie können Aromen in Richtung:

Schokolade

Nuss

Karamell

Kakao

und kräftige Röstaromen liefern.

Das funktioniert besonders gut, wenn das Konzentrat später mit viel Milch kombiniert wird.

Schritt 2: Kaffee frisch mahlen

Die Bohnen sollten möglichst unmittelbar vor der Extraktion gemahlen werden.

Der Mahlgrad muss zur verwendeten Espressomaschine passen.

Zu grober Kaffee kann zu einer sehr schnellen Extraktion führen.

Zu feiner Kaffee kann den Durchfluss dagegen stark verlangsamen.

Für ein gutes Konzentrat sollte nicht versucht werden, durch einen extrem feinen Mahlgrad einfach möglichst „starken“ Espresso zu produzieren.

Besser ist eine saubere Espressoextraktion mit einem passenden Rezept.

Schritt 3: Espresso extrahieren

Ein guter Ausgangspunkt ist beispielsweise ein Brühverhältnis von ungefähr:

1:2.

Das bedeutet:

18 g gemahlener Kaffee

ergeben ungefähr:

36 g Espresso.

Dieses Verhältnis ist kein unveränderliches Gesetz. Je nach Bohne und gewünschtem Geschmack können andere Rezepte besser funktionieren.

Für ein selbst gemachtes Espresso Konzentrat ist vor allem wichtig, dass der Espresso ausgewogen schmeckt.

Beispiel für eine größere Menge

Wer fünf doppelte Espressi zubereitet, könnte folgendes Rezept verwenden:

Anzahl

Kaffee

Espresso

1 doppelter Espresso

18 g

36 g

2 doppelte Espressi

36 g

72 g

3 doppelte Espressi

54 g

108 g

4 doppelte Espressi

72 g

144 g

5 doppelte Espressi

90 g

180 g

Damit stehen ungefähr 180 g Espresso als vorbereitete Kaffeebasis zur Verfügung.

Schritt 4: Espresso schnell abkühlen

Wer den Espresso für kalte Getränke vorbereiten möchte, sollte ihn nicht unnötig lange warm stehen lassen.

Die einzelnen Bezüge können in einem sauberen Gefäß gesammelt und anschließend heruntergekühlt werden.

Danach kommt das Gefäß verschlossen in den Kühlschrank.

Allerdings verändert sich Espresso nach der Extraktion relativ schnell.

Die Crema verschwindet und flüchtige Aromastoffe verändern sich.

Vorbereiteter Espresso schmeckt deshalb nicht identisch mit einem unmittelbar vor dem Trinken extrahierten Espresso.

Ist vorbereiteter Espresso überhaupt ein Konzentrat?

Hier muss genau unterschieden werden.

Ein klassischer Espresso ist bereits ein sehr konzentriertes Kaffeegetränk.

Wer mehrere Espressi in einer Flasche sammelt, erhöht allerdings nicht automatisch deren Konzentration.

Man stellt vielmehr eine größere Menge Espresso als vorbereitete Kaffeebasis her.

Für den alltäglichen Einsatz kann diese Flüssigkeit wie ein Espresso Konzentrat verwendet werden.

Technisch wäre die Bezeichnung „vorbereiteter Espresso“ jedoch präziser.

Kann man Espresso einfach stärker extrahieren?

Nur begrenzt.

Es ist keine gute Idee, einfach immer weniger Wasser durch dieselbe Menge Kaffee laufen zu lassen und davon auszugehen, dass dadurch automatisch ein besseres Konzentrat entsteht.

Ein sehr kurzes Espresso-Rezept bewegt sich eher in Richtung Ristretto.

Beispielsweise könnte aus:

18 g Kaffee

eine deutlich kleinere Getränkemenge als bei einem klassischen 1:2-Rezept extrahiert werden.

Das verändert allerdings nicht nur die Konzentration, sondern auch das Extraktionsprofil und damit den Geschmack.

Mehr Konzentration bedeutet deshalb nicht automatisch mehr Aroma oder besseren Espresso.

Methode 2: Espressoähnliches Konzentrat ohne Espressomaschine

Wer keine Espressomaschine besitzt, kann trotzdem eine konzentrierte Kaffeebasis herstellen.

Diese Variante ist besonders interessant für Iced Latte.

Benötigt werden beispielsweise:

100 g Kaffee

500 ml Wasser.

Das Verhältnis beträgt:

1:5.

Der Kaffee wird grob gemahlen und über einen längeren Zeitraum extrahiert.

Anschließend wird die Flüssigkeit gründlich gefiltert.

Das Ergebnis ist technisch kein Espresso, kann aber funktional ähnlich eingesetzt werden.

Einfaches Rezept ohne Espressomaschine

Zutaten

100 g Kaffee

500 ml Wasser

Zubereitung

  1. Kaffee grob mahlen.

  2. Kaffee in ein sauberes Gefäß geben.

  3. 500 ml Wasser hinzufügen.

  4. Alles vorsichtig vermischen.

  5. Gefäß verschließen.

  6. Etwa 12 bis 18 Stunden extrahieren lassen.

  7. Kaffee gründlich herausfiltern.

  8. Konzentrat in eine saubere Flasche füllen.

  9. Im Kühlschrank lagern.

Damit entsteht ein kräftiges Kaffeekonzentrat, das sich beispielsweise für Iced Latte verwenden lässt.

Ist das dann Espresso Konzentrat?

Technisch betrachtet nicht im klassischen Sinne.

Es wurde kein Espresso extrahiert.

Die Herstellung entspricht eher einem Cold-Brew-Konzentrat, wenn kaltes beziehungsweise zimmerwarmes Wasser verwendet wird.

Im Getränk kann es trotzdem dieselbe Funktion übernehmen.

Beispielsweise:

50 ml Konzentrat

200 ml Milch

Eis.

Damit entsteht ein kräftiger Iced Latte ohne Espressomaschine.

Methode 3: Sehr kräftigen Kaffee als Espresso-Ersatz verwenden

Eine weitere Möglichkeit besteht darin, Kaffee mit einer geeigneten Methode deutlich kräftiger als gewöhnlich zuzubereiten.

Dafür können beispielsweise bestimmte manuelle Kaffeezubereiter eingesetzt werden.

Das Ergebnis kann als konzentrierte Kaffeebasis verwendet werden.

Auch hier gilt allerdings:

Kräftiger Kaffee ist nicht automatisch Espresso.

Der Geschmack kann sehr gut sein, unterscheidet sich aber von einer klassischen Espressoextraktion.

Welche Methode ist die beste?

Methode

Geschmack

Aufwand

Espressomaschine

Besonders geeignet für

Frische Espresso-Shots vorbereiten

sehr espressoähnlich

mittel

Ja

Latte, Iced Latte, Americano

Cold-Brew-Konzentrat

weich, kräftig

gering

Nein

Iced Latte, Iced Coffee

Stark gebrühter Kaffee

abhängig von Methode

gering bis mittel

Nein

Milchkaffee, Iced Drinks

Wer möglichst nah an klassischem Espresso bleiben möchte, sollte Methode 1 verwenden.

Wer hauptsächlich eine praktische Basis für kalte Milchgetränke benötigt, kann Methode 2 wählen.

Espresso Konzentrat für Iced Latte selber machen

Für Iced Latte ist vorbereiteter Espresso besonders praktisch.

Ein einfaches Rezept:

60 ml vorbereiteter Espresso

200 ml kalte Milch

Eiswürfel.

Zuerst das Glas mit Eis füllen.

Milch hinzugeben.

Anschließend den Espresso einfüllen.

Wer einen kräftigeren Kaffeegeschmack bevorzugt, kann den Espressoanteil erhöhen.

Wie viel Espresso braucht man für einen Iced Latte?

Das hängt von der Größe des Getränks und dem persönlichen Geschmack ab.

Eine mögliche Orientierung:

Getränk

Espresso-Basis

Milch

kleiner Iced Latte

30–40 ml

120–160 ml

normaler Iced Latte

50–60 ml

180–220 ml

großer Iced Latte

60–80 ml

250–300 ml

Wer sehr viel Milch verwendet, benötigt entsprechend eine kräftigere Kaffeebasis, damit der Kaffeegeschmack nicht untergeht.

Espresso Konzentrat für Iced Americano

Auch Iced Americano lässt sich sehr einfach vorbereiten.

Beispielsweise:

60 ml Espresso-Basis

150 ml kaltes Wasser

Eis.

Alle Zutaten werden direkt im Glas kombiniert.

Der Vorteil gegenüber frisch zubereitetem Espresso liegt hauptsächlich in der Geschwindigkeit.

Die vorbereitete Kaffeebasis kann direkt aus dem Kühlschrank verwendet werden.

Espresso Konzentrat für heißen Americano

Die gleiche Basis funktioniert auch heiß.

Beispielsweise:

60 ml Espresso-Basis

150 ml heißes Wasser.

Damit entsteht innerhalb weniger Sekunden ein heißes Kaffeegetränk.

Geschmacklich ist es allerdings nicht vollständig identisch mit einem Americano aus unmittelbar zuvor extrahiertem Espresso.

Espresso Konzentrat für Latte Macchiato

Auch ein Latte Macchiato ist möglich.

Dafür kann beispielsweise warme beziehungsweise aufgeschäumte Milch vorbereitet und anschließend mit einer kleinen Menge der kräftigen Kaffeebasis kombiniert werden.

Je konzentrierter die Kaffeebasis ist, desto weniger zusätzliche Flüssigkeit gelangt in die Milch.

Das ist ein Vorteil gegenüber normalem Filterkaffee.

Espresso Konzentrat für Protein Coffee

Für Protein Coffee eignet sich die vorbereitete Kaffeebasis besonders gut.

Beispielsweise:

50 ml Espresso Konzentrat

250 ml Proteinshake

Eis.

Da der Kaffee bereits kalt ist, kann er unmittelbar mit dem Shake kombiniert werden.

Das Getränk wird dadurch nicht unnötig erwärmt.

Espresso Konzentrat für Espresso Tonic

Auch Espresso Tonic lässt sich mit einer vorbereiteten Basis herstellen.

Beispielsweise:

40 bis 60 ml Espresso-Basis

150 ml Tonic Water

Eis.

Das Tonic Water sollte vorsichtig eingefüllt werden, damit möglichst wenig Kohlensäure verloren geht.

Ein frisch extrahierter Espresso bietet allerdings ein anderes Aroma und eine andere Optik.

Welche Bohnen eignen sich am besten?

Das hängt vor allem vom späteren Getränk ab.

Für Milchgetränke funktionieren häufig kräftigere Röstungen besonders gut.

Schokoladige und nussige Aromen können sich gut mit Milch verbinden.

Für schwarzen Iced Americano können dagegen auch hellere und fruchtigere Röstungen interessant sein.

Es gibt deshalb keine universell beste Bohne.

Arabica oder Robusta?

Beide können verwendet werden.

Arabica kann komplexere und feinere Aromaprofile bieten.

Robusta besitzt im Durchschnitt einen höheren Koffeingehalt und kann kräftigere sowie bitterere Geschmacksnoten liefern.

Viele klassische Espressomischungen kombinieren beide Arten.

Für ein kräftiges Konzentrat, das hauptsächlich mit Milch getrunken wird, kann ein Blend mit Robusta-Anteil interessant sein.

Wie stark sollte Espresso Konzentrat sein?

Auch hier gibt es keinen festen Standard.

Bei vorbereiteten Espresso-Shots ist die Stärke bereits durch das Espresso-Rezept vorgegeben.

Bei einer selbst hergestellten konzentrierten Kaffeebasis kann beispielsweise mit:

1:4

oder

1:5

gearbeitet werden.

Ein Verhältnis von 1:5 bedeutet:

100 g Kaffee

auf

500 ml Wasser.

Je nach späterer Verwendung kann das Konzentrat anschließend weiter verdünnt werden.

Kann man Espresso Konzentrat noch stärker machen?

Ja, allerdings sollte nicht ausschließlich auf maximale Stärke geachtet werden.

Ein sehr konzentriertes Getränk kann:

zu bitter

zu intensiv

unausgewogen

oder schwer zu dosieren

werden.

Für Milchgetränke ist eine hohe Konzentration sinnvoll, weil wenig Wasser in das fertige Getränk gelangt.

Für schwarzen Kaffee kann ein etwas milderes Konzentrat angenehmer sein.

Wie verdünnt man Espresso Konzentrat?

Bei einer selbst gemachten Kaffeebasis ohne Espressomaschine kann ein Verhältnis von:

1 Teil Konzentrat

zu

2 bis 3 Teilen Wasser oder Milch

als Ausgangspunkt dienen.

Beispielsweise:

60 ml Konzentrat

180 ml Milch.

Das ergibt einen kräftigen Milchkaffee beziehungsweise Iced Latte.

Danach kann die Dosierung an den eigenen Geschmack angepasst werden.

Muss Espresso Konzentrat verdünnt werden?

Nicht zwangsläufig.

Vorbereiteter klassischer Espresso kann grundsätzlich auch pur getrunken werden.

Allerdings verliert er während der Lagerung einen Teil seiner ursprünglichen sensorischen Eigenschaften.

Ein starkes Cold-Brew- beziehungsweise Kaffeekonzentrat ist dagegen normalerweise für die Verdünnung gedacht.

Hier sollte insbesondere auch der mögliche hohe Koffeingehalt berücksichtigt werden.

Wie viel Koffein hat selbst gemachtes Espresso Konzentrat?

Eine exakte Angabe ist ohne Messung nicht möglich.

Der Koffeingehalt hängt unter anderem von:

  • Bohnen

  • Arabica-/Robusta-Anteil

  • Kaffeemenge

  • Extraktionsmethode

  • Getränkemenge

  • Extraktionszeit

ab.

Ein vorbereiteter Espresso kann pro 100 ml eine hohe Koffeinkonzentration besitzen.

Entscheidend ist allerdings die Portion.

Beispiel für den Koffeingehalt

Angenommen, eine Kaffeebasis enthält:

200 mg Koffein pro 100 ml.

Bei 30 ml wären das:

60 mg Koffein.

Bei 50 ml:

100 mg.

Bei 60 ml:

120 mg.

Die Formel lautet:

Koffein pro Portion = Koffein pro 100 ml × Portionsgröße ÷ 100

Die Werte im Beispiel sind rein rechnerisch. Der tatsächliche Koffeingehalt des selbst gemachten Konzentrats muss nicht 200 mg pro 100 ml betragen.

Ist Espresso Konzentrat koffeinhaltiger als Espresso?

Nicht automatisch.

Ein Konzentrat kann pro 100 ml mehr Koffein enthalten.

Klassischer Espresso besitzt allerdings selbst bereits eine sehr hohe Koffeinkonzentration.

Bei der tatsächlichen Aufnahme entscheidet vor allem die verwendete Menge.

Ein 30-ml-Espresso kann deshalb weniger Koffein liefern als 60 ml eines Konzentrats.

Umgekehrt kann eine kleine Konzentratportion weniger enthalten als mehrere Espresso-Shots.

Hat selbst gemachtes Espresso Konzentrat viele Kalorien?

Reiner Kaffee ist sehr kalorienarm.

Das gilt auch für eine ungesüßte konzentrierte Kaffeebasis.

Für die Kalorien des fertigen Getränks sind meist andere Zutaten wesentlich wichtiger.

Besonders:

Milch

Pflanzendrink

Zucker

Sirup

Sahne.

Ein schwarzer Iced Americano bleibt deshalb sehr kalorienarm.

Ein großer Iced Latte mit Vollmilch und Sirup kann dagegen deutlich mehr Kalorien enthalten.

Sollte Zucker direkt ins Konzentrat?

Für ein möglichst vielseitiges Konzentrat ist das nicht notwendig.

Wird das Konzentrat ungesüßt aufbewahrt, kann jede Portion später individuell angepasst werden.

Ein Getränk kann dann beispielsweise schwarz getrunken werden, während in ein anderes Sirup gegeben wird.

Das macht eine ungesüßte Basis wesentlich flexibler.

Kann man Sirup direkt hinzufügen?

Technisch ist das möglich.

Für die Vorratshaltung ist es jedoch meist sinnvoller, Sirup erst bei der Zubereitung des einzelnen Getränks hinzuzufügen.

Dadurch bleibt die Kaffeebasis universell einsetzbar.

Außerdem verändert man die Zusammensetzung und Lagerfähigkeit nicht unnötig.

Wie lange hält selbst gemachtes Espresso Konzentrat?

Selbst hergestellte Kaffeeprodukte sollten sauber verarbeitet, gekühlt und nicht unnötig lange gelagert werden.

Vorbereiteter Espresso verliert zudem relativ schnell an sensorischer Qualität.

Deshalb ist es sinnvoller, kleine Mengen für den kurzfristigen Verbrauch herzustellen als große Vorräte über längere Zeit aufzubewahren.

Bei Veränderungen von Geruch, Geschmack oder Aussehen sollte das Produkt nicht weiter verwendet werden.

Schmeckt Espresso am nächsten Tag noch gut?

Er kann noch als Kaffeebasis verwendet werden, schmeckt aber nicht mehr wie unmittelbar nach der Extraktion.

Besonders:

Crema

flüchtige Aromen

und das Mundgefühl

verändern sich.

In einem Iced Latte fällt dieser Unterschied häufig weniger stark auf als beim puren Espresso.

Genau deshalb eignet sich vorbereiteter Espresso eher für Mischgetränke als für den puren Genuss.

Wie sollte Espresso Konzentrat aufbewahrt werden?

Für selbst gemachte Varianten eignet sich ein:

sauberes

verschließbares

lebensmittelechtes

Gefäß.

Dieses wird im Kühlschrank aufbewahrt.

Eine kleine Glasflasche ist besonders praktisch.

Sie lässt sich gut reinigen und das Konzentrat kann einfach dosiert werden.

Kann man Espresso Konzentrat einfrieren?

Ja, eine Kaffeebasis lässt sich auch portionsweise einfrieren.

Besonders praktisch sind Kaffee-Eiswürfel.

Das Konzentrat wird dafür in einen Eiswürfelbehälter gegeben und eingefroren.

Die Würfel können später direkt in einen Iced Latte gegeben werden.

Das besitzt einen zusätzlichen Vorteil:

Beim Schmelzen wird das Getränk mit Kaffee statt mit Wasser verdünnt.

Kann man Espresso Konzentrat auf Vorrat machen?

Ja, allerdings sollte der Vorrat nicht unnötig groß sein.

Geschmacklich ist frisch extrahierter Espresso klar im Vorteil.

Wer beispielsweise jeden Morgen einen Iced Latte trinkt, kann eine kleine Menge für mehrere zeitnahe Portionen vorbereiten.

Für lange Vorratshaltung ist selbst gemachter Espresso dagegen nicht gedacht.

Lohnt sich Espresso Konzentrat überhaupt, wenn man eine Espressomaschine besitzt?

Das hängt vom Alltag ab.

Wer morgens ausreichend Zeit hat und Wert auf maximale Qualität legt, sollte den Espresso frisch zubereiten.

Das dauert zwar länger, bietet aber das bessere Espresso-Erlebnis.

Konzentrat kann trotzdem sinnvoll sein, wenn:

morgens wenig Zeit vorhanden ist

mehrere Iced Lattes gleichzeitig benötigt werden

Kaffee für unterwegs vorbereitet wird

kalte Getränke besonders schnell fertig sein sollen.

Es handelt sich damit eher um eine Convenience-Lösung als um einen geschmacklichen Ersatz für frischen Espresso.

Wie viel Espresso Konzentrat sollte man vorbereiten?

Das lässt sich anhand des eigenen Verbrauchs berechnen.

Angenommen, pro Iced Latte werden:

60 ml

verwendet.

Für vier Getränke benötigt man:

4 × 60 ml = 240 ml.

Wer nur ein Getränk pro Tag trinkt, muss deshalb keine große Flasche vorbereiten.

Kleinere Chargen sind geschmacklich sinnvoller.

Was kostet selbst gemachtes Espresso Konzentrat?

Bei der Espresso-Variante hängen die Kosten hauptsächlich von den Bohnen ab.

Angenommen:

1 kg Espressobohnen kostet 20 Euro.

Für einen doppelten Espresso werden:

18 g Kaffee

verwendet.

Die Bohnenkosten betragen:

20 € × 18 ÷ 1.000 = 0,36 €.

Fünf doppelte Espressi benötigen:

90 g Kaffee.

Die Bohnenkosten liegen damit bei:

1,80 €.

Strom, Wasser und Anschaffungskosten der Maschine sind dabei nicht berücksichtigt.

Ist selbst gemachtes Konzentrat günstiger als gekauftes?

Das kann durchaus der Fall sein.

Besonders bei der Cold-Brew-Variante lassen sich große Mengen relativ günstig herstellen.

Fertigprodukte bieten dafür maximalen Komfort und eine standardisierte Dosierung.

Für einen fairen Vergleich sollte deshalb nicht nur der Flaschenpreis betrachtet werden.

Entscheidend ist:

Preis pro tatsächlich zubereitetem Getränk.

Die häufigsten Fehler beim Espresso Konzentrat

Einfach immer länger extrahieren

Eine längere Espressoextraktion bedeutet nicht automatisch mehr Qualität oder ein besseres Konzentrat.

Der Geschmack kann zunehmend unausgewogen werden.

Espresso extrem fein mahlen

Auch ein immer feinerer Mahlgrad erzeugt nicht automatisch stärkeren oder besseren Espresso.

Mahlgrad und Rezept müssen zusammenpassen.

Zu große Mengen vorbereiten

Espresso verliert nach der Extraktion an sensorischer Qualität.

Kleinere Chargen sind deshalb sinnvoller.

Espresso und Cold Brew gleichsetzen

Beide können als konzentrierte Kaffeebasis verwendet werden, entstehen aber durch völlig unterschiedliche Extraktionsmethoden.

Koffeingehalt unterschätzen

Eine kleine Menge Konzentrat kann bereits viel Koffein enthalten.

Mehr Konzentrat bedeutet deshalb nicht nur intensiveren Geschmack, sondern potenziell auch mehr Koffein.

Konzentrat nicht ausreichend kühlen

Selbst hergestellte Kaffeebasen sollten sauber verarbeitet und gekühlt gelagert werden.

Die einfachste Variante mit Espressomaschine

Wer eine Espressomaschine besitzt, kann mit folgendem Vorgehen starten:

18 g Kaffee pro doppeltem Espresso verwenden.

Etwa 36 g Espresso extrahieren.

Mehrere Bezüge nacheinander zubereiten.

Espresso in einem sauberen Gefäß sammeln.

Zeitnah herunterkühlen.

Verschlossen im Kühlschrank aufbewahren.

Für einen Iced Latte beispielsweise:

60 ml Espresso-Basis

200 ml Milch

Eis

verwenden.

Damit ist das Getränk innerhalb weniger Sekunden fertig.

Die einfachste Variante ohne Espressomaschine

Ohne Espressomaschine eignet sich folgende Kaffeebasis:

100 g grob gemahlener Kaffee

500 ml Wasser.

Beides vermischen.

Etwa 12 bis 18 Stunden extrahieren lassen.

Anschließend gründlich filtern.

Im Kühlschrank aufbewahren.

Für einen Iced Latte beispielsweise mit:

50 bis 70 ml Konzentrat

starten und anschließend:

180 bis 220 ml Milch

hinzufügen.

Danach kann die Dosierung an den persönlichen Geschmack angepasst werden.

Espresso Konzentrat vs. frisch gebrühter Espresso

Eigenschaft

Vorbereitetes Espresso Konzentrat

Frischer Espresso

Zubereitung des Getränks

Sekunden

erneute Extraktion notwendig

Aroma

verändert sich bei Lagerung

maximal frisch

Crema

geht weitgehend verloren

frisch vorhanden

Für Iced Latte

sehr praktisch

geschmacklich sehr gut

Für Espresso pur

weniger geeignet

klar besser

Für mehrere Getränke

sehr schnell

mehrere Bezüge notwendig

Vorbereitung

einmalig erforderlich

bei jedem Getränk

Kühlschranklagerung

notwendig

nicht erforderlich

Reinigungsaufwand beim Servieren

gering

Maschine muss benutzt werden

Die Stärke des selbst gemachten Konzentrats liegt deshalb hauptsächlich beim Komfort.

Analyse

Die wichtigste Erkenntnis ist, dass „Espresso Konzentrat selber machen“ zwei unterschiedliche Dinge bedeuten kann.

Wer echten Espresso als Basis möchte, muss Espresso tatsächlich unter den entsprechenden Bedingungen extrahieren.

Mehrere Espresso-Shots können anschließend gesammelt, gekühlt und für Iced Latte oder andere Getränke verwendet werden.

Das liefert geschmacklich die größte Nähe zu klassischem Espresso.

Es gibt allerdings einen Nachteil:

Der Kaffee wird durch das Lagern nicht besser.

Crema und flüchtige Aromastoffe verändern sich nach der Extraktion. Für Espresso pur ist die Vorbereitung deshalb wenig sinnvoll.

Bei einem Iced Latte sieht die Situation anders aus.

Hier wird der Kaffee mit einer großen Menge kalter Milch und Eis kombiniert. Die sensorischen Veränderungen fallen dadurch weniger stark ins Gewicht.

Der Komfortgewinn kann dagegen erheblich sein.

Wer keine Espressomaschine besitzt, kann ein kräftiges Kaffeekonzentrat herstellen.

Ein Verhältnis von etwa 1:5 ist dafür ein guter Ausgangspunkt.

Dieses Produkt ist technisch kein Espresso, übernimmt in einem Iced Latte aber eine ähnliche Funktion: Eine kleine Menge Flüssigkeit bringt einen intensiven Kaffeegeschmack in eine große Menge Milch.

Genau hier liegt der praktische Sinn von Espresso Konzentrat.

Es geht weniger darum, den perfekten Espresso für den puren Genuss mehrere Tage im Voraus herzustellen.

Es geht darum, eine konzentrierte Kaffeebasis bereitzuhalten, mit der sich andere Getränke schnell zubereiten lassen.

Fazit

Espresso Konzentrat lässt sich zu Hause relativ einfach herstellen. Welche Methode die beste ist, hängt davon ab, ob eine Espressomaschine vorhanden ist.

Mit Espressomaschine ist die geschmacklich authentischste Variante, mehrere sauber extrahierte Espresso-Shots vorzubereiten, schnell herunterzukühlen und kurzfristig im Kühlschrank aufzubewahren.

Ein mögliches Ausgangsrezept ist:

18 g Kaffee

für ungefähr

36 g Espresso.

Mehrere dieser Bezüge können anschließend als vorbereitete Espresso-Basis gesammelt werden.

Für einen Iced Latte reichen beispielsweise ungefähr 50 bis 60 ml dieser Basis zusammen mit 180 bis 220 ml Milch und Eis.

Ohne Espressomaschine kann dagegen eine konzentrierte Kaffeebasis hergestellt werden.

Ein einfaches Ausgangsrezept lautet:

100 g grob gemahlener Kaffee

500 ml Wasser

12 bis 18 Stunden Extraktionszeit.

Das Ergebnis wird gründlich gefiltert und anschließend gekühlt aufbewahrt.

Technisch handelt es sich bei der kalten Variante eher um Cold-Brew-Konzentrat als um echten Espresso. Für Iced Latte, Protein Coffee und andere kalte Milchgetränke kann es dennoch denselben praktischen Zweck erfüllen.

Wer Espresso pur trinken möchte, sollte ihn weiterhin frisch zubereiten.

Wer dagegen jeden Morgen möglichst schnell einen Iced Latte zubereiten möchte, kann mit selbst gemachtem Espresso Konzentrat beziehungsweise einer konzentrierten Kaffeebasis viel Zeit sparen.